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Sommer-Lerncamp

24. August 2022 Eine Brise Nostalgie in Nexø

Position: Hafen von Nexø, 55° 03.8 `N 15° 08.1`E
Wetter: bewölkt und kühl, 19° C, Wind: 1-2
gefahrene Seemeilen am 20.08.:  434
Stimmung an Bord: Es wird gebummelt :)

Dienstag war Strandtag in Dueodde

Dienstag war Strandtag in Dueodde © Selma

Fahrradtour auf Bornholm

Fahrradtour auf Bornholm © Selma

Hallo ihr da draußen, die da Blog lesen :)
Ich hoffe, es geht euch gut!

Da es zum ersten Mal bei den beiden Summer High Seas Reisen das Buddysystem gibt, habe ich mir überlegt, etwas darüber zu schreiben. Die Buddys sind Leute, die schon mal die große Reise bei High Seas High School gefahren sind und das pädagogische Team bei der Summer High Seas unterstützen.

Aber wie fühlt es sich überhaupt an, wieder zurück zu einem Schiff zu kommen, das sieben Monate unser Zuhause war?
Zur Johnny zurückzukehren, ist wie eine gute Freundin oder einen guten Freund wieder besuchen, die/den ich einige Monate oder vielleicht sogar Jahre nicht gesehen habe. Von der ersten Sekunde an ist alles noch gleich vertraut. Der gleiche Geruch des Schiffes begrüßt mich jedes Mal, wenn ich das erste Mal die Messe über den Niedergang betrete. Die Freude, wenn ich den Zweimaster schon von Weitem erblicke, bleibt immer dieselbe. Auch dies unbeschreibliche Freiheitsgefühl, während ich vorne mit Anabel und Johannes im Klüvernetz sitze, hat sich nicht verändert. Auf unserer Reise ist so unendlich viel passiert, dass man einen ganzen Roman damit füllen könnte, alle Gefühle und Gedanken aufzuschreiben.

Bunt zusammengewürfelt und aus verschiedensten Welten stammend wurden wir auf ein 36 Meter langes Schiff – die Johann Smidt – gepackt und waren allem Neuen am Anfang völlig ausgeliefert. Erste Freundschaften, Gruppen und Pärchen bildeten sich und wir gewöhnten uns allmählich an den Schiffsalltag. Wir haben so viel gelernt und erlebt in diesen sieben Monaten, so viele Eindrücke erhalten, wie wir es davor nie taten und vermutlich auch nie wieder werden.

Jeder und jede hier an Bord hat seine oder ihre eigenen Grenzerfahrungen gemacht und ist dabei nur gewachsen und reifer geworden. Wenn ich mir jetzt Fotos von der Reise angucke, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass wir das wirklich Alles erlebt haben und es kein langer Traum war, aus dem ich irgendwann ganz verwirrt aufgewacht bin.

High Seas High School ist eine beeindruckende, bereichernde und besondere Reise! Es ist schwer vorstellbar, das andere Auslandsjahre uns das hätten bieten können, was wir hier alles erlebt haben. Zukünftigen Mitfahrer*innen sei aber auch bewusst, dass man am besten mit wenigen oder sogar keinen Erwartungen diese Reise antritt. Denn egal was man erwartet, man kann nur enttäuscht oder aber extrem beeindruckt werden. Sich überraschen lassen und flexibel bleiben ist vermutlich der beste Tipp. Schlechte Momente, in denen man das Schiffsleben völlig satt hatte und nach Hause wollte, gehörten genauso dazu, wie all die überwiegend positiven Momente. Dazu gehören für mich zum Beispiel das Tauchen in Grenada, im Klüvernetz sitzen und Pottwale sehen oder das Gefühl, wenn man nach einer gefühlten Ewigkeit auf See endlich wieder Land am Horizont sieht.

Sicherlich ist es vor allem für Eltern nicht leicht, die eigenen Kinder loszulassen und sie auf einem Segelschiff in fremde Länder segeln zu lassen. Mit dem Wissen, über längere Zeit nichts außer die Blogeinträge von ihnen zu hören, sind sie es, die vermutlich am meisten unter der Abwesenheit der Jugendlichen leiden. Alle, die diese Reise mit all ihren Höhen und Tiefen bestritten haben, verdienen auf jeden Fall meinen Respekt.

Aber wo war ich?
Ach genau, dass sich nichts verändert hat. Nun ja, das stimmt nicht ganz. Was sich verändert hat, ist meine Aufgabe hier an Bord. Auf meiner Reise war ich eine Schülerin. Wir Schüler*innen waren in der Position der lernenden Person. Von Kochen und Ruder gehen, über das Eintragen der Position in die Karte und Großreinschiff, alles musste man uns beibringen. Nun fahre ich als Buddy mit und bin in der Position der anleitenden Person. Gemeinsam mit Anabel und Johannes, unterstütze ich die Jugendlichen beim Wache gehen, Backschaft oder der Freizeitgestaltung.

Es macht Spaß, mal die Rollen zu tauschen und den Jugendlichen zu zeigen, was wir auf der Reise alles gelernt haben. Es bestärkt tatsächlich auch das eigene Selbstbewusstsein, wenn einem klar wir, dass man das Meiste nicht verlernt hat und man selbst bei jedem Manöver immer sicherer wird! Wer sich natürlich besonders verändert hat, das sind wir Schüler*innen. Als Jugendliche sind wir in Hamburg auf das Schiff gegangen und als junge Erwachsene sind wir unseren Familien in Kiel wieder in die Arme gefallen.

Selma und Anabel im Klüvernetz

Selma und Anabel im Klüvernetz © Fritzi

Soooo ich denke das reicht! Ich werde es eh nie schaffen rüberzubringen, wie sich die Reise angefühlt hat. Wenn mir zu Hause die anspruchsvolle Frage „Wie war die Reise?“ gestellt wurde, habe ich kurz und knapp „intensiv“ geantwortet und die andere Person in ihrem Wahn an Fragen allein gelassen. Denn wie soll man eine Reise beschreiben, die einem so viele Seiten des Lebens gezeigt hat?

Selma

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Grüüüüüüße:

  • Selma: Passend zu meinem Artikel grüße ich heute ganz nostalgisch die gesamte Crew der HSHS 2020/2021!
  • Anabel: Auch ich grüße die Crew von 2020/2021!!
  • Friedi wünscht Daniel alles Gute zum Geburtstag!
  • Leopold grüßt seine Eltern!
  • Amelie wünscht ihrer Schwester und ihrer Mutter, dass sie schnell gesund werden!
  • Nikolai grüßt seine Familie und hofft, dass seine Eltern und sein Bruder viel Spaß auf der Arbeit/in der Schule haben!
  • Anna streckt ihre Zunge raus und sagt: „Ich war grad am schönsten Strand Europas.“
  • Leni schickt liebe Grüße an Nicolai, Ariane und Malun!