Schon fest in die Gemeinschaft integriert – Lehrer André Völker im Interview

Schule und Internat
31.08.2026

Abenteuer Inselinternat – das wollte André Völker aus Oldenburg unbedingt wagen. Seit Anfang des Jahres 2026 verstärkt er das Lietzer Lehrerteam und hat zum neuen Schuljahr seine eigene Internatsfamilie übernommen. Wie er Leben und Gemeinschaft an der Lietz bisher erlebt hat, berichtet er in einem kleinen Interview:
 
Von woher hat es Dich hier zu uns auf die Insel verschlagen und wie sah Dein Leben vor Lietz aus?
Vor der Zeit an der Lietz bin ich für mein Studium nach Oldenburg gezogen und habe auch von dort aus mein Referendariat am Studienseminar Wilhelmshaven absolviert. Mein Leben war also eher vom Studium und später vom Referendariat geprägt. In meiner Freizeit war ich gerne im Fitnessstudio, habe mich mit Freunden getroffen, vorzugsweise zu Spieleabenden, oder habe zur Entspannung die Sauna besucht beziehungsweise bin angeln gegangen. Insgesamt war mein Leben vor der Lietz also eher klassisch vom Studium, Freunden und meinen Hobbys geprägt.
 
Was hat Dich überzeugt, als Lehrer an der Lietz zu arbeiten?
Zum einen war es für mich die Möglichkeit, einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Ich wollte nicht irgendwann zurückblicken und mir denken: „Hätte ich doch …“ Deshalb dachte ich mir, warum eigentlich nicht? Eine Insel, ein Internat und eine neue Art des Schulalltags waren auf jeden Fall etwas anderes als das, was ich bisher kannte. Außerdem hat Nino, ein Kollege hier, mit dem ich mein Referendariat zusammen an der gleichen Schule gemacht habe, gute Überzeugungsarbeit geleistet. Er konnte mir natürlich auch aus erster Hand erzählen, wie das Leben und Arbeiten an der Lietz so ist.
 
Welche Fächer unterrichtest Du an der Lietz?
An der Lietz unterrichte ich Mathe, Chemie und Erdkunde. Die Kombination aus den verschiedenen Fächern finde ich ganz interessant, weil dadurch im Schulalltag immer wieder unterschiedliche Themen und Fragestellungen aufkommen und es dadurch abwechslungsreich bleibt.
 
Wie hast Du Dein erstes halbes Jahr am Inselinternat erlebt? Gab es etwas, das Dich besonders beeindruckt, überrascht oder geprägt hat?
Am meisten beeindruckt haben mich die Schülerinnen und Schüler. Das Verhältnis ist schon ein anderes als an einer „normalen“ Schule, da man hier viel mehr Zeit miteinander verbringt und sich dadurch auch besser kennenlernen kann. Man begegnet sich nicht nur im Unterricht, sondern auch im Internatsalltag und in der Freizeit. Dadurch bekommt man die Schülerinnen und Schüler noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive mit. Diese Nähe und der persönliche Umgang haben mich in meinem ersten halben Jahr besonders geprägt.
 
Hast Du etwas als besonders herausfordernd erlebt?
Die größte Herausforderung war für mich ehrlich gesagt die Überwindung, wirklich auf eine Nordseeinsel zu ziehen. Das ist schon ein größerer Schritt und etwas ganz anderes, als einfach in eine andere Stadt zu ziehen. Im Nachhinein hat es sich allerdings auf jeden Fall gelohnt. Die anfängliche Überwindung war also größer als die tatsächliche Schwierigkeit, mich hier einzuleben.
 
Wie nimmst Du für Dich das Leben auf einer kleinen Nordseeinsel wahr?
Vor allem als entschleunigend. Auch wenn es in der Schule natürlich mal anstrengend und stressig sein kann, empfinde ich die Grundatmosphäre hier als sehr angenehm. Man hat die Natur direkt vor der Tür und kann nach einem langen Tag einfach rausgehen und abschalten. Dadurch bekommt man meiner Meinung nach automatisch etwas mehr Abstand zum Schulalltag.
 
Hast Du außerhalb des Schul- und Internatslebens hier einen Lieblingsplatz oder eine Lieblingsbeschäftigung?
Ich gehe gerne am Strand angeln, mache einen Spaziergang durchs Watt oder gehe einfach raus und genieße die schöne Natur. Man muss hier eigentlich gar nicht viel machen, um sich zu entspannen. Das Aquarium in unserem schuleigenen Nationalpark-Haus Wittbülten finde ich allerdings auch wirklich schön. Den Fischen eine Weile zuzugucken, ist für mich pure Entspannung.