Lernen braucht Aufmerksamkeit.

Schule und Internat
28.07.2026

Deshalb entwickeln wir unser Medienkonzept weiter.

Wie lernen Kinder und Jugendliche heute am besten – in einer Welt, in der digitale Medien jederzeit verfügbar sind?

Mit dieser Frage beschäftigen wir uns an der Hermann Lietz-Schule seit vielen Jahren. Gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Zierer (Universität Augsburg) haben wir unser Medienkonzept im Rahmen eines mehrjährigen Schulentwicklungsprozesses wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um ein "Entweder-oder" zwischen analog und digital. Digitale Medien gehören selbstverständlich zu einer zeitgemäßen Bildung. Entscheidend ist jedoch, wann und wie sie eingesetzt werden.

Die Bildungs- und Neurowissenschaften zeigen zunehmend, dass Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeit zur Impulskontrolle und zur bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit erst im Laufe ihrer Entwicklung vollständig ausbilden. Die für Planung, Selbststeuerung und das Abwägen langfristiger Folgen zuständigen Hirnregionen reifen bis ins junge Erwachsenenalter heran. Gleichzeitig sind digitale Plattformen gezielt darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit immer wieder neu zu binden.

Gerade deshalb benötigen junge Menschen verlässliche Rahmenbedingungen, die ihnen helfen, konzentriert zu lernen und einen bewussten Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.

Was bedeutet das konkret?

Ab dem neuen Schuljahr arbeiten unsere Klassen 8 und 9 im Unterricht wieder überwiegend analog. Tablets bleiben selbstverständlich Bestandteil des Unterrichts. Sie werden jedoch gezielt dort eingesetzt, wo sie einen echten pädagogischen Mehrwert bieten.

Für die Klassen 8 bis 10 gilt am gesamten Unterrichtsvormittag ein konsequentes Handyverbot.

Unser Ziel ist dabei nicht der Verzicht auf digitale Medien, sondern deren bewusster und sinnvoller Einsatz.

Regeln brauchen gute Alternativen

Lernen gelingt nicht allein durch Regeln.

Deshalb schaffen wir gleichzeitig attraktive Angebote für die Pausen: Das betreute Schülercafé und die geöffnete Sporthalle bieten Raum für Bewegung, Begegnung und Erholung.

Der Unterschied eines Internats

Viele Schulen stehen vor der Herausforderung, sinnvolle Regeln für den Umgang mit Smartphones im Schulalltag umzusetzen. Große Schulsysteme stoßen dabei häufig an organisatorische Grenzen.

Als Internat können wir Schule und Lebensraum miteinander verbinden. Regeln werden nicht nur formuliert, sondern im gemeinsamen Alltag verlässlich begleitet. So entsteht ein geschützter Rahmen, in dem Schülerinnen und Schüler lernen können, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern und Medien verantwortungsvoll zu nutzen.

Florian Fock, Schulleiter

„Digitale Medien gehören selbstverständlich zu unserer Lebenswelt. Deshalb möchten wir jungen Menschen nicht den Umgang mit ihnen verbieten, sondern sie dabei begleiten, digitale Medien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Aufmerksamkeit, Konzentration und echtes Miteinander sind dafür unverzichtbare Voraussetzungen.“

Unser Ziel

Unser Ziel ist nicht weniger Digitalisierung. 

Unser Ziel ist ein kluger Umgang mit ihr.

Digitale Kompetenz entsteht nicht dadurch, dass Bildschirme möglichst häufig genutzt werden. Sie entsteht, wenn junge Menschen lernen, digitale Werkzeuge bewusst, reflektiert und situationsgerecht einzusetzen – und gleichzeitig erfahren, wie wertvoll Phasen ungeteilter Aufmerksamkeit für erfolgreiches Lernen sind.