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27. März 2024 Die Suche nach dem Surfboard

Datum: 27.03.2024
Position: 39°13.002‘ N 43°53.665‘W
Kurs: 100°
Bisher zurückgelegte Seemeilen: 11452,17nm
Wetter: bewölkt · 21°C · Wind: NO 4
Gesetzte Segel: Inner Jib, Main Forestay Sail, Fore Staysail, MainSail
Geschwindigkeit: 6,4 knt
Stimmung an Bord: sehr gut, aber keinen Bock auf Sturm

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Ein Rückblick:
Alles begann bei der Expiplanung zwischen Martinique und Grenada. Philip und ich wussten schnell, wir wollen in eine Expi mit dem Ziel: Surfen. Was brauchen wir dafür? Richtig, Surfbretter.
Bei den Mini-Expis am Ende von Grenada konnten wir die anderen aus unserer Gruppe mit vorheriger Recherche davon überzeugen, einen Surfshop zu suchen. Wir liefen also den ganzen Weg zu einem Ort, an dem sogar Locals einen Surfshop vermuteten. Als wir dort ankamen und schon SUPs (Stand-Up-Paddling) entdeckten, stieg unsere Vorfreude gewaltig. Aber vergebens. Eine Frau, die dort arbeitete, sagte, dass es hier keine zu kaufen gebe und, dass sie keinen Ort auf der Insel kenne, wo wir welche finden könnten. Ihr könnt euch vorstellen, wie deprimiert wir danach waren. Was hieß das nun? Nächster Versuch auf Curaçao.

In Curaçao waren wir zwei Tage. Am ersten Tag informierten wir uns, wo wir Surfbretter kaufen können. Und tadaaa, wir hatten eine Antwort. Wir sollten unser Glück in einer Mall versuchen, etwa eine halbe Busstunde entfernt. Am nächsten Nachmittag machten sich dann Philip, Peggy und ich auf den Weg. Wir saßen schnell im Bus und fuhren los. Auf dem Weg sahen wir dann ein Schild mit der Aufschrift „Surf & Turf“. Und wieder einmal freuten wir uns, da die Surfbretter nun noch näher waren. Als wir dann bei der Mall ausstiegen, wurden wir erneut enttäuscht. Kein einziger Laden verkauft dort Surfbretter. Daraufhin einigten wir uns, zurück zum besagten Schild zu laufen. Kaum sahen wir das Schild, wurden wir schneller. Wir liefen um die Ecke, aber nein: „Surf & Turf“ war ein Restaurant. Ich meine, wer nennt sein Restaurant bitte „Surf & Turf“?

Aber an diesem Punkt begann unsere Suche dann erst richtig. Wir fragten in einer Surfschule gegenüber, ob sie recherchieren können, wo sich eine Surfschule befindet. Wir bekamen nur eine Telefonnummer, mit der wir schnell zu Locals liefen und fragten, ob wir telefonieren könnten. Aber wieder Fehlanzeige. Die Nummer ist nicht mehr verfügbar. Als wir dann eine Tauchlehrerin fragten, ob sie etwas wisse, bekamen wir zumindest einen Ort genannt. Also stellten wir uns an die Straße und hielten den Daumen raus. (Normalerweise ist trampen nicht erlaubt, aber da wir Peggy dabei hatten, war das hier okay.)

Eine nette Frau hielt an, nahm uns mit und ließ uns irgendwann aussteigen. War nur leider kein Surfshop zu sehen, sondern „nur“ das Gelände eines Freizeitattraktionenanbieters. Ich habe das „nur“ hier bewusst in Gänsefüßchen gemacht, da es uns dann doch geholfen hat. Wir sprachen kurz mit dem Chef und er meinte, er könne versuchen, bei einem Freund anzurufen. Dieser aber war nur ein privater Surflehrer, weshalb er keine Surfbretter zu verkaufen hat. Von ihm bekamen wir dann aber eine weitere Telefonnummer. Unsere Hoffnung stieg natürlich wieder. Aber wie es damit weiter ging, erzähle ich gleich.

Wir waren also irgendwo im Nirgendwo und irgendwie mussten wir zurück kommen. Also wieder trampen. Es stellte sich schnell heraus, dass trampen gar nicht so einfach war. Als uns eine Gruppe von jungen Locals nur gegen Geld fahren wollte, sank unsere Lust nach dem Rückweg. Kurze Zeit später kam aber ein Pick-Up. Ladeflächentrampen yayyy. Dieser setzte uns aber ziemlich schnell ab und wir mussten wieder mit Daumen draußen weiter laufen. Nach weiteren gefühlten 30 Minuten sammelte uns eine Frau ein. Diese musste zufälliger Weise in die gleiche Richtung, gut für uns. Als wir dann fast da waren, aber an einem Punkt wo sich unsere Wege eigentlich trennten, bekam sie mit, dass Peggy zu einem Meeting muss. Daraufhin fuhr sie uns bis zum Schiff und ließ ihr Familienessen warten. An der Stelle Props an sie. Sie hat btw (by the way) einen Sohn und meinte, dass sie sich ihn bei HSHS vorstellen könnte.

Zurück auf dem Schiff schrieb ich dann die Nummer an, die wir bekommen haben. Der Mann auf der anderen Seite des Handys gab uns dann eine andere Nummer, da er keine Surfbretter mehr übrig hatte. Also noch ein Versuch. Die nächste Person antwortete dann ziemlich schnell: „Zwei Bretter, 500€“. Ich versuchte ihn runterzuhandeln, bis zu dem Moment, an dem er erwähnte, dass er gerade auf dem Weg zu einer kleinen Insel ist und die Bretter erst einen Tag später vorbeibringen kann. Schade.

Wir gaben natürlich nicht auf. So war der nächste Plan, auf dem Weg in Richtung Campingplatz an einem Surfshop vorbei zu fahren. Wir fragten unseren netten Busfahrer Enrique, ob er an der Küste vorbeifahren kann. Philip und ich schliefen aber beide ein, so konnten wir nicht auf eventuelle Surfshops achten. Daraufhin kam uns die Schnapsidee, einfach ein Surfbrett selber zu bauen und dafür das Holz der „Ceiba“ (Klimaneutrales Bauprojekt eines Frachtseglers“) zu benutzen. Aber der Plan es erneut auf der Rückfahrt zu versuchen schien uns schlüssiger.

Am Ende der Zeit bei „La Ceiba“ (so hieß auch unsere Teilgruppe), hatten wir wieder Hoffnung, denn Enrique sicherte uns zu, an einem Surfshop vorbei zu fahren. Als wir dann durch eine kleine Stadt fuhren rief Philip mir zu, dass er ein paar Surfbretter gesehen hätte. Nach kurzem Austausch mit Enrique hieß es, wir fahren noch zwei Stunden weiter bevor wir an einem Shop anhalten. Nach weiteren zwei Stunden hielten wir an. Eine Surfschule mit ein paar Surfbrettern draußen, lag in unserem Auge. Wir fragten natürlich nach, ob diese käuflich erwerblich seien. Fehlanzeige. Also rannten wir weiter, in der Hoffnung eine weitere Surfschule zu finden. Wir fanden einen kleinen Wassersportshop, mit einem Surfbrett. Aber auch hier: Fehlanzeige. „Nur zur Ausstellung“. Wir mussten dann auch schnell zurück zum Bus und fragten ein letztes Mal in der Surfschule. Dieser gab uns einen Ort an dem wir schauen sollten.

Problem: Der Ort lag zwei Stunden in die andere Richtung. Wir waren mal wieder echt bedrückt, da der besagte Ort wahrscheinlich genau der war, an dem wir das erste Mal Surfbretter sahen. Wir fuhren also weiter, jegliche Hoffnung war verloren. Bis … Wir plötzlich Palmen und Strand sahen. Wir waren an der Küste und damit hatten wir wieder Hoffnung. Und siehe da, nach dem wir um die Kurve bogen, erspähten wir einen Surfshop. Wir schrieen „Stop, Stop, Stop“ und Enrique hielt 20 m weiter an. Wir rannten raus und mit uns Lara. „Beratung“. Wir fragten nach, und ja sie verkauften die Bretter. Nur leider ohne Finnen und so waren sie auch sehr teuer. Wir erzähltem dem Chef dann schnell von unserem Schulprojekt und er ließ mit sich reden, etwas am Preis zu machen. Wir suchten uns also zwei Bretter aus. Philip nahm ein etwas teureres und hatte nicht genug Geld dabei. Er legte sein ganzes Geld, was er hatte auf den Tresen. „Das ist alles was ich habe, kann das bitte genug sein?“ Und er akzeptierte es.

Philip hat endlich ein Surfboard

Philip hat endlich ein Surfboard © Peggy

Laurin hat endlich ein Surfboard

Laurin hat endlich ein Surfboard © Peggy

Unsere Finnen wurden dann schnell rangeschraubt und wir rannten stolz zum Bus. Alle feierten uns und unsere Busfahrt nach Longo Mai wurde fortgesetzt. Als wir in Longo Mai ankamen wartete die andere Teilgruppe „La Gamba“ schon auf uns. Wir warteten noch kurz und trugen dann, mit vollem Stolz, unsere Surfbretter nach draußen.

Zwei Wochen später standen dann die Expis auf der Agenda. Nach zwei Nächten, Bus und Taxifahrten kamen wir am Strand an. In Pavones, wo es die zweitlängsten „Lefts“ (Von links an brechende Wellen) der Welt gibt, gingen wir surfen. Und es klappte erstaunlich gut, dafür dass wir eher Anfänger sind und verdammt kleine Boards hatten (165 cm). Wir waren echt glücklich, dass wir unser Ziel nach so langer Zeit endlich erreicht haben.

Auch in Zukunft wollen wir unsere Surfboards natürlich benutzen. Wir werden sehen, ob es auf den Azoren oder auf Helgoland die Möglichkeit dazu geben wird. Wenn ja, hört ihr spätestens im Mai davon. Aber bis dahin, haltet die Ohren steif, es sind nur noch etwas über 40 Tage.
Laurin (& Philip)

 

 

 


PS: Vielen lieben Dank an Peggy, die uns in unserer Suche an verschiedenen Orten unterstützt und sogar eigene Prioritäten umverlagert hat.

 

Grüße:

  • Helena: Viele Grüße an die Stellgemeinschaft.
  • Elisa (für die Landratten Lara): Ganz viele Grüße an Tom – ich hoffe, du hattest einen ganz tollen Geburtstag, habe an dich gedacht!!!
    Engineer Philip: Memo an mich selbst: Morgen hat deine Mutter Geburtstag. Kuchen backen!
  • Ann-Julie: Liebe Grüße,ich vermisse euch sehr doll und zähle schon die Tage bis ich wieder bei euch sein kann. Hier ist das Wetter ziemlich kalt und wir müssen wieder Ölzeug  tragen.;) Ich freu mich schon euch im Bremerhaven alle wieder zu sehen:)
  • Svenja: Ich grüße Oma B. Und Opa! Ich hoffe, ihr seid wieder fit und genießt das hoffentlich frühlingshafte Wetter im Garten. Ich wünsche allen 2- und 4-Beinern am Stall eine schöne Frühlingszeit und viel Spaß beim Koppelaufbauen und viele Grüße an alle!
  • Tomke: @Philip: Du hast deine »wunderhüpsche plaue« Jacke hier vergessen.
  • Clara: Viele Grüße an meine Eltern und Joia, ich hoffe es geht euch gut und ihr habt schon angegrillt. Es ist kalt und stürmisch geworden, ich hatte letzte Woche Galley und ab Montag 16-20Uhr Watch jetzt wieder mit Ölzeug. Und viele Grüße an meine Freunde, dauert jetzt nicht mehr so lange bis ich wieder da bin :) Ich hoffe es haben alle zuhause schöne Ostern, hier ist mehr so Aprilwetter.
    Jonas: Ganz liebe Grüße an den lieben illo! Ich bin stolz auf dich! (und meine Kabinennachbarin Peggy auch!)
  • Victor: Viele Grüße! Bei uns konnte man heute sogar wieder nur mit einem T-Shirt herumlaufen. P.S. Probiert mal die Schokolade von Choco del Sol (Ich habe gehört, de soll sehr gut sein:)
  • Millie: Mama, you can’t believe how homesick I’ve been since the past few days:( It’s like a huge Freak Wave of homesickness has consumed me. But I know that I’m not alone. Ju-Ju (Ann-Julie) and I are fighting through this together:) I can’t wait for the pictures that I get on the Azores! That´s already so soon! I love you sooooooooooooooooooooo much and can’t wait to see you again<33
    P.S. Say hi to Bailey for me. I wish he were here with me right now… and you aswell.
  • Lara: Lieber Papa, ich wünsche dir alles alles Gute zum Geburtstag!! Ich hab dich ganz doll lieb und möchte dir für alles danken, was du mir hier ermöglichst hast<3. Ich hoffe du hast einen schönen und entspannten Tag mit Mamorkuchen und einer schönen langen Gassirunde:) Ich freue mich auf dich, fühl dich ganz doll umarmt von mir. Liebe Grüße deine Schnuwu<33
    An alle anderen, ganz liebe Grüße von der Mitte des Atlantiks. Watch ist im Moment eigentlich relativ entspannt, diese Woche ist (halellujah) die letzte Woche Schule und dann gehts ab auf die Azoren. Ich hoffe euch geht es allen gut, ich hab euch ganz doll lieb!!