10. Juni 2026 Liebe 33. HSHS-Reise …
Am 24. Mai war es so weit. Die Masten der Eendracht bogen um die Ecke und näherten sich dem Kai. Und schließlich wart ihr zu sehen. Vor ein paar Monaten habt ihr als ein Haufen aufgeregter Schüler abgelegt, die sich kaum kannten, und ihr seid als Crew zurückgekehrt. Eine Schiffsfamilie.
Einlaufen in den neuen Hafen von Bremerhaven © Ocke Hamann
Eure Schiffsfamilie © Ocke Hamann
Ich (Merle von der letzten Reise) stand zwischen euren Eltern, Freundinnen und Freunden mit einigen anderen von unserer Reise an der Pier und habe – zugegebenermaßen ziemlich aufgeregt – auf eure Ankunft gewartet. Und ich habe möglicherweise das ein oder andere Tränchen verdrückt, als ihr beim Anlegen (übrigens episch wie eh und je) Arm in Arm an der Reling standet, um nach sieben Monaten das erste Mal wieder Menschen aus eurem normalen Leben zu begrüßen.
Ich will euch nichts von emotionalen Momenten oder diesem Gefühl vom falschen Film oder Traum erzählen, dass habt ihr ja alles selbst durchlebt. Eigentlich wollte ich euch ein paar Tipps mitgeben, die euch helfen könnten beim Wieder-Ankommen. Das funktioniert aber irgendwie ziemlich schlecht. Ich glaube, jeder muss seinen eigenen Weg finden, um wieder im normalen Leben ohne Seegang, Nightwatches und vor allem ohne so eine ungezwungene und vertraute Gemeinschaft Fuß zu fassen und seinen Platz wiederzufinden.
Ich weiß noch, dass ich letztes Jahr ziemlich überfordert damit war, dass sich nichts verändert hat außer man selbst und dass das Leben einfach so weiterging, als wäre nichts passiert. Und dass ich es total vermisst habe, wie vertraut die Menschen an Bord einem waren und wie zwanglos dadurch der Umgang miteinander.
Jetzt seid ihr schon seid über zwei Wochen wieder zuhause. Aber auch wenn sich der Abschied durch das „nie mehr wie es war“ ziemlich endgültig anfühlt: Ihr habt zusammen Stürme gemeistert, Seekrankheit, den Atlantik überquert und vor allem sieben Monate gemeinsam auf extrem begrenztem Raum überlebt. Das sind prägende Erlebnisse, die euch keiner mehr nehmen kann.
Und falls ihr euch wie auch ich letztes Jahr Sorgen um Kontaktverlust macht – natürlich schafft man es nicht, konsequent mit allen in aktivem Kontakt zu bleiben. Aber wenn man sich sieht, ist es meistens, als wäre quasi keine Zeit vergangen und man rutscht aus der einen Welt zuhause wieder zurück in die HS-Welt.
In diesem Sinne, „may the wind carry you home, home, home from the sea” und euch ganz viele gefüllte Kühlschränke, Nächte zum Durchschlafen und salzfreie Klamotten bescheren. Ich hoffe, dass ihr gut zuhause ankommt und noch ganz, ganz lange Kontakt behaltet.
Eure Merle

PS: Danke, dass wir uns euer Schiff anschauen durften. Es war wirklich krass, darüber zu laufen und zu wissen, dass in jeder Ecke eine Erinnerung von euch steckt, ihr an jedem Ort gelebt, gelacht und vermutlich manchmal gekotzt habt. Das sind Erinnerungen, die niemand wirklich verstehen kann außer ihr:)
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Grüße:
Die 32. Reise grüßt Matthias, Letitia, Leopold, Maia, Mateo, Linda, Mia Sonnenblume, Lisbeth, Lenya, Muriel, Liv, Mia, Ole, Lilly, Luna, Pauli, Tijn, Paul, Jonah, Philine, Felix, Bene, August, Hannah, Finja, Hauke, Carita, Julia, Inka, Ana, Julius, Lara, Laurids, Leander, Laura, Lenja, Lea und Greta.
Wir wünschen euch alles Gute dabei, wieder im Normalzustand anzukommen. Wenn man irgendwie helfen kann, meldet euch. Und ansonsten trifft man sich bestimmt mal auf irgendwelchen Abfahrten, Ankünften oder HS Treffen:)