8. April 2026 Hotsauce on Top
Unser Expi-Bericht:
Eine Reise von der Nordsee bis nach Griechenland mit Hotsauce on Top oder das Abenteuer der echt hoten Hotsauce-Girlies
Tag 1
Es trug sich zu, dass sich einst an einem Montagmorgen sieben Mädchen und eine Becci nebst vollgepackten Rucksäcken um 6.40 Uhr an der Kreuzung in Longo Mai trafen, um ihre abenteuerliche Reise durch Costa Rica zu beginnen. Naja, zumindest war das der Plan gewesen, doch aufgrund eines kleinen Regenjackendramas und dem fragwürdigen Zeitmanagement Lenyas Gastmutter, ging es erst etwas später los zur Bushaltestelle, von wo uns ein Bus bis nach San José bringen sollte. Glücklicherweise hatte dieser Bus das gleiche Motto wie die deutsche Bahn und so hatten wir noch entspannte Wartezeit von fast einer Stunde. Von San José nahmen wir einen zweiten Bus nach La Fortuna, eine Stadt nahe der Nebelwälder, in der wir abends ankamen und uns – nach einem kurzen Supermarktstopp – auf die Suche nach einem Schlafplatz begaben. Unser erster Anhaltspunkt war die Kirche. Dort erfuhren wir von einem netten Gemeindehelfer, dass wir zwar leider nicht in der Kirche übernachten könnten, dafür klärte er uns aber bei einem Bekannten einen unglaublich günstigen Campingplatz zu dem wir sogar vom Besitzer persönlich hin kutschiert wurden.
Angekommen bekamen wir ein vier-Personen-Zelt gestellt, sodass wir uns nicht - wie eigentlich geplant - zu dritt in ein ein-Mann-Zelt und zu viert in ein zwei bis drei Personenzelt quetschen mussten. Zudem gab es saubere Sanitäranlagen, eine Küche nebst Essensbereich mit Essen, dass wir einfach mitnutzen konnten und free Wifi. Letzteres wurde gleich für das Runterladen diverser Filme genutzt. Während wir unseren Abendschmaus zubereiteten, kamen wir mit einer französischen Familie ins Gespräch, die uns großzügig von ihrer Melone und ihren Nudeln abgab. Auch für uns gab es Pasta natürlich mit hot sauce und Popusas (nach Longo Mai sind wir Popusa-Masterinnen). Zwischendurch kam noch der Campingplatzbesitzer vorbei, um uns ein Faultier zu zeigen. Es hing ganz knuffig im Baum und er erklärte uns, dass es hier zwei Faultier-Familien gäbe. Der Abend endete zusammengekuschelt im Zelt mit „Wo die Lüge hinfällt“, Regengeräuschen und beruhigenden Schnarchen.
Abendessensvorbereitungen auf dem Campingplatz © Becci
Beitragsbild: Am Anfang einer verrückten Reise © Selbstauslöser
Tag 2
Frischgeduscht, vollgefrühstückt und mit einem Handtuch weniger (die Franzosen packten aus Versehen Inkas Handtuch ein) machten wir uns auf den Weg zu den heißen Quellen. Ein weiterer Supermarkteinkauf und zwei Ubers später kamen wir an. Es stellte sich heraus, dass die kostenlosen heißen Quellen, die wir im Vorhinein recherchiert hatten, eine Art Flüsschen voller natürlicher Whirlpools waren. Wir luden also unserer Rucksäcke ab, schlüpften in unsere Badesachen und verbrachten der Vormittag in einem Wellnessbad umgeben von Urwald und wabernden Dampfwolken. Auch unser Mittagessen (Wraps mit Bohnenmus und hot sauce) nahmen wir in einem Naturpool ein. Als dann also unsere Bäuche voll und unsere Hände schrumplig wie alte Äpfel waren, kletterten wir aus dem Wasser und machten uns anschließend auf den Weg in Richtung Arsenal-See. Nachdem wir eine Weile gelaufen waren, ohne dass sich irgendjemand unserer Trampanfrage erweichen hat lassen, kamen wir zu einer Ziplinestation. Leider war diese mit 70 Dollar pro Person viel zu teuer, doch wir durften uns netterweise, während es anfing zu schütten wie sonst was, unterstellen und das WLAN für weitere Recherche nutzen. Inzwischen stürmte es quasi und sollte auch nach Wetterbericht die nächsten Tage in der Umgebung nicht anders aussehen (was übrigens für die Jahreszeit sehr ungewöhnlich ist).
Also warfen wir unseren ursprünglichen Plan in Richtung See und Nationalpark zu kommen, über den Haufen und erarbeiteten einen neuen. Der da lautete: Ab in die Sonne an die Pazifikküste. Während wir uns die Köpfe zerbrachen und uns durch Sprungübungen warmzuhalten versuchten, versorgten uns die Ziplinebetreiber mit kostenloser Ananas und Melone. Wir bekamen sogar eine zweite Runde, wahrscheinlich weil wir uns auf das Obst wie ausgehungerte Raubtiere stürzten. Schließlich war klar: Wir fahren zurück nach la Fortuna, nehmen von dort den Bus nach Tilaran. Und da sollte es am nächsten Tag weiter nach Puntarenas an der Pazifikküste gehen.
Beim Busterminal machten wir ein kleines Kaffeekränzchen und nutzten unsere verbleibende dreiviertel Stunde,um unser Kleiderreporterau in einem Secondhand-Laden erfolgreich aufzustocken. Die Busfahrt über wurde ABBA gehört, getanzt, Abend gegessen und das ohne Hosen (zumindest galt das für zwei von uns;)). Endlich da wurden wir trotz gefühlter 30 kg-Rucksäcke fast weggeweht; wir fühlten uns ein bisschen wie an der Nordsee bei Windstärke 17. Nach etwas Rumgelaufe und Suche nach einem Schlafplatz verhalf uns indirekt wieder eine Kirche zu zwei Einzelzimmer im Hostel, in die wir aber gut zu viert reinpassten und es gab sogar eine warme Dusche. Eingekuschelt und mit Sturmgeräuschen schliefen wir ein...
Die hot sauce girlies in den hot springs © Becci
Unser Käffchen beim Bus Terminal © Becci
Tag 3
Um vier Uhr klingelte unser Wecker und es begann ein mehr oder weniger chaotisches Zusammenpacken. Als wir alle fertig bepackt dastanden, fragte Becci plötzlich, wer denn den zweiten Zimmerschlüssel hätte, jedoch hatte den niemand von uns je zu Gesicht bekommen. Später im Bus zog Becci dann mit einem „Oh“ einen Schlüssel aus ihrer Tasche, woraufhin wir etwas lachen mussten und eine neue Mission hatten: den Schlüssel zurückschicken. Nach ein paar Stunden Busfahrt stiegen wir aus und mussten uns erstmals umziehen, denn ungelogen – es war mindestens 15 Grad wärmer. Unser Plan war nun mit einem Boot auf die Insel „Isla de Chira“ überzusetzen, dort 1 1/2 Tage zu verbringen und uns dann in Richtung Panama zu bewegen. Aber erst mal nahmen wir unser Frühstück verfeinert durch fancy Pulver mit Vanille-Geschmack am Strand ein, pflückten Mangos und füllten unsere Wasserflaschen auf. Dann kletterten wir nach einer Eispause ins Boot und mit Stolz können wir behaupten, dass keiner von uns seekrank wurde.
Auf der Insel begaben wir uns auf dem Weg zu einem Strand begleitet von ABBA, was gut zur griechischen Landschaft passte, dann von Justus, Peter und Bob (den drei Fragezeichen). Angekommen wollten wir verschwitzt, wie wir waren, kurz ins Wasser dippen, aber wegen der Gezeiten badeten wir eher in Schlick. Deshalb bauten wir zuerst unser Hängemattenlager auf und hörten die drei Fragezeichen zu Ende an. Zwischenzeitlich unterhielten wir uns mit einer Einheimischen, die uns stolz ihr Abendessen – einen riesiger geangelten Fisch - zeigte und uns erklärte, wann wir am besten schwimmen gehen konnten. Und so schwammen wir in den Sonnenuntergang, machten Lagerfeuer mit Bioreaderseiten (eine sehr gute therapeutische und in diesem Fall quasi überlebenswichtige Maßnahme), machten eine Vorleserunde, aßen, quatschten und krönten den Tag mit der ersten Stunde des Films „Eat. Pray, Love“.
Lagerfeuer auf Isla de Chira © Becci
Tag 4
Aufwachen bei Sonnenaufgang unter blühenden Zweigen und Kolibris, die von Blüte zur Blüte flitzen, ist anders. Unser Frühstück hingegen, war wie die letzten Tage auch: Haferflocken mit Obst und Milch und dann ging es auch schon los in Richtung Dorf. Wir konnten sogar bis zu einer kleinen (aber feinen) Pulperia (eine Art Grundnahrungsmittel-Kiosk). Turns out, am Ende mussten wir doch was zahlen, weil uns der wirkliche Besitzer des Wagens gesehen hat, war aber nicht so teuer. In der Pulperia stellten wir unsere Rucksäcke ab mit dem Vorwand wandern zu gehen. Nur irgendwie gab es keinen Wanderweg und uns durch die Mangroven hindurchzuschlagen mit ganz vielen Skorpionhöhlen am Boden erschien uns auch nicht so attraktiv. Also Planänderung: Wir setzten uns in den Schatten, spielten Spiele, erhöhten den Tagesumsatz der Pulperia und Philine wurde fast mit einem 40-jährigen verkuppelt. Eines ist – wie Laura meinte – eben überall auf der Welt gleich: es gibt immer ein paar seltsame Männer.
Nach dem Mittagessen setzen wir unsere Reise in Richtung Fähranleger fort. Wieder mit Justus, Peter und Bob, und als würden sie wirklich mit uns reisen, machten wir eine Pause, als die drei im Hörbuch rasteten und wir sattelten unsere Rucksäcke wieder auf, wie sie es mit ihren Pferden taten. Dann ritt auch noch an der richtigen Stelle ein Cowboy an uns vorbei.
Mit ein paar Pausen und Wasserauffüllen bei einem jungen amerikanischen Paar, die in Schulen auf der Insel arbeiteten, schafften wir es bis zur Fährstation, sprangen gleich mal in die Welle und dann mussten weitere Seiten des Bioreaders für unser Abendessen ihr Leben lassen. Als Dessert gab es Marshmellows und geschlafen haben wir auf dem Beton der Fährstation (zwei von uns ohne Isomatte). Übrigens ist dieser Anleger anscheinend der Place-to-be und fast schien es, als würden sich die jugendlichen Paare Timeslots buchen. Mitten in der Nacht hatten wir noch Besuch von der Polizei, die dann 15 Minuten mit Blaulicht neben uns standen, während wir uns schlafend stellten. Becci erklärte ihnen dann, dass alles gut sei und sie zogen dann doch noch ab.
Snacken und Spiele bei der Pulperia © Becci
Cowboy, wir und die drei Fragezeichen © Becci
Schlafen bei der Fährstation © Becci
Tag 5
Die Fähre ging um 6 Uhr, weswegen wir wieder früh aufstanden, bemerkten, dass wir quasi mit Skorpionen gekuschelt hatten und dann auch alle einen Platz fanden. In Puntarenas frühstückten wir erneut am Strand und beschlossen, dann mit dem Bus erst nach San Ramon, einer pittoresken Stadt in den Bergen, zu fahren und von dort aus weiter zu einem Hostel in San José, wo wir am nächsten Morgen einen Schnellbus nach David in Panama nehmen wollten.
In San Ramon war das Wetter perfekt, wir schauten uns eine Kirche und ein paar von uns spickten in das Museum. Mittagessen fand im Park statt, die Möglichkeit noch ein letztes Mal Empanadas zu schnabulieren wurde ausgenutzt und schon wieder hat ein Secondhand Laden gut an uns verdient. Kulinarisch ergänzten wir unsere Expi noch mit costaricanischem Kuchen, der auf der Busfahrt genossen wurde. Ach ja, und die Mission Schlüssel zurückschicken wurde auch in San Ramon erledigt. In San José und später im Hostel wurden unsere Pläne, Pizza mit den restlichen Expigeld essen zu gehen, von der fehlenden Person an der Rezeption etwa durchkreuzt. Wir duschten dann schon mal, um die Wartezeit zu verkürzen. Als dann irgendwann der Hostelmitarbeiter auftauchte und uns unser Zimmer zeigte, waren wir zwar frisch geduscht und schick gemacht, aber die Zeit schon so vorangeschritten, sodass wir Pizza bestellten (Margarita und Beatles-Pizzen) und „Eat, pray love“ zu Ende guckten.
Tag 6
An diesem letzten Tag wurde unsere Geduld von der Ticketverkäuferin auf die Probe gestellt, die große Schwierigkeiten damit hatte, uns zu verstehen (trotz Hilfe eines Costaricaners, der übersetzte) und die Tickets in normalen Tempo auszustellen. Dank dem verständnisvollen Busfahrer, schafften wir es noch rechtzeitig und nun begann unsere Schnellbusfahrt, die sich wegen Staus doch eher als Schneckenbusfahrt herausstellte. Zum Glück hatten wir ja noch Snacks und Hotsauce :) Wir schafften es alle über die Grenze und kamen statt nachmittags um neun Uhr an. Im Bambu-Hostel gab es dann eine große Umarmungsrunde, schließlich haben wir uns vergleichsweise schon echt lange nicht mehr gesehen.
Zwar verlief unsere Expi anders als geplant, aber wie Muri so schön bei der Vor-Expi-Planung sagte: Pläne sind dazu da, um sie über den Haufen zu werfen. Und trotz ganz viel Änderungen trafen wir überall auf liebenswerte und hilfsbereite Menschen, hatten eine echt tolle Zeit gemeinsam und doch so einiges erlebt. Auch haben wir gelernt, nie „gleich die Ohren in den Busch zu werfen“, auch wenn es mal „an und pfirsich toter Fisch“ sein kann.
Tschaukakao, Mia De.

Grüße:
- Lara: An Luca und Luis, ihr Zwingelings, leider aus der Ferne, genauer gesagt vom Bermuda Dreieck, schicke ich euch eine Dicke Umarmung und alles Liebe zum Geburtstag. Meiner Meinung nach ist 15 viel zu alt für meine kleinen Brüder, doch dass seht ihr sicher anders. Auf dass im 16ten Lebensjahr einige eurer Wünsche in Erfüllung gehen. Lasst euch heute feiern und hab mit allen einen schönen Tag.
- Mia De.: Hallihallo an daheim, hab euch alle lieb!
- Jonah: Liebe Grüße an Opi, Joschi und Noah, hab euch lieb :)