Rückblick: 23. bis 28. Februar 2026 Expigruppe Schlongomai Fluchttrupp

Datum: 17.4.26
Position: 37°06,5845N; 057°49,3062W
Bisher zurückgelegt Seemeilen: 10.895,5
Wetter: arschkalt im Gegensatz zu der Karibik
Stimmung: Zitat Matthias: ausgetrocknet.
Zitat Lisbeth: Super aber leicht verrückt

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Hallo ihr Lieben daheim,
heute möchte ich gerne über unsere Expi erzählen, die vom Montag den 23. bis zum Samstag den 28. Februar quer durch Costa Rica und Panama ging. Wir, Carita, Maia, Ole, Leander, Jonah, Leopold, Matthias, unser Pädi Laurens und ich, auch bekannt als der Schlongomai Fluchttrupp. Das war aber nur der erste Name, im Laufe der Expi kamen aber immer mehr kreative Namensideen dazu. 


Tag 1
Unsere Flucht begann am Montag den 23. Februar. Treffpunkt war eigentlich das Rancho (dem Dorftreffpunkt) um 7:15 Uhr. Da zwei unserer Kumpane jedoch erst gegen 7:30 Uhr eintrudelten, verzögerte sich unser Start ein wenig. Bevor es aber richtig losgehen konnte, wurden alle, dazu gezwungen ihre normalen Schuhe gegen Crocs zu wechseln, da wir eine „Only Crocs Expi“ geplant hatten. Als das dann auch geklärt war, konnten wir endlich zur Bushaltestelle los stratzen.

Die Busfahrt nach San Isidro hat dann ungefähr eine Stunde gedauert. Dort angekommen waren wir erstmal in Secondhandläden shoppen und danach besorgten wir noch das Nötige für unser Abendessen. Unser ursprünglicher Plan war, nach San Gerardo de General zu fahren, jedoch hätte der Bus mehr gekostet als wir ausgeben wollten. Nach langem Beraten und hin und her diskutieren stand fest, dass wir nach Uvita fahren würden. Um 16:30 Uhr stiegen wir in den Bus nach Uvita  und gegen 18:15 Uhr kamen wir im strömenden Regen an. Da wir auch keine Ahnung hatten, wo wir schlafen sollten haben wir erst bei einem Rohbau gefragt, doch leider durften die Mitarbeiter uns dort nicht schlafen lassen. Nach 20 min laufen haben wir angefangen, bei alle möglichen Häusern zu fragen, ob wir dort schlafen könnten. Da die meisten aber nur Airbnbs waren haben, alle unsere Frage nach eine Schlummerplätzchen verneint.

Nach noch etwas mehr Laufen kamen wir zu einer Kirche und haben dort um eine Unterkunft gebeten. Nach kurzem Warten stand dann fest, dass wir unter dem Laubengang schlafen könnten. Da haben wir uns fast gefühlt wie Maria und Josef. Wir hatten sogar eine Dusche und eine Toilette und nach unserem Abendessen, welches aus Tortillas mit Bohnenmus, Mais und Avocado bestand, haben alle ihre Hängematten aufgehängt und sind nach dem Duschen direkt in die Heia gegangen.

Tag 2
Am nächsten Tag sind wir gegen 7:30 Uhr aufgewacht und haben unser Müsli und unsere Haferflocken gefrühstückt. Danach wurden die Hängematten abgehängt und wir haben uns in drei 3er Gruppen aufgeteilt. Während sich Matthias, Leander und Laurens erkundigen wollten, wann der Bus nach Golfito am nächsten Tag kommen soll, haben Maia, Carita und ich uns um eine Unterkunft für die nächste Nacht in Uvita gekümmert, indem wir wieder Leute angesprochen haben. Ein netter Herr namens Jerry hat uns erzählt, dass ihm ein Tierheim in der Nähe gehört und wenn wir dort helfen würden, dort übernachten könnten.

Wir sind dann zu dritt dorthin gefahren und haben nochmal nachgefragt. Die Tierpflegerin sagte uns dann, dass es kein Problem sei, aber dass sie nur zwei Doppelbetten für uns hat. Da das für uns absolut in Ordnung war, haben wir abgemacht, dass wir nachmittags wiederkommen würden und dann helfen. Mit diesen guten Neuigkeiten sind wir wieder zu den Anderen gestratzt, welche währenddessen auf unsere Sachen aufgepasst hatten.

Hinterher sind wir an den berühmten Strand gegangen, welcher wie eine Walflosse aussieht und haben dort Kokosnüsse und Wassermelonen neben einem unfassbar „freundlichen“ deutsche Rentnerpaar gegessen. Nach etwas Schwimmen im Pazifik, etwas Rumschlendern am Strand und einem Fotoshooting mit Mama Laurens, haben wir uns auf den Rückweg zum Tierheim gemacht. Dort angekommen, haben wir gemerkt, dass einer unserer Mitfliehenden nicht mehr an der Flucht beteiligt war.

Laurens ist sofort seinem Mamainstinkt nachgegangen und 10 Minuten später mit unserem kurz abhanden gekommenen Lämmchen im Schlepptau wiedergekommen. Kurze Zeit später wurde uns unsere Unterkunft für die nächste Nacht gezeigt und sie war wirklich unfassbar schön, denn wir hatten unser eigenes kleines Häuschen und einen großen Pool. Doch die Rucksäcke wurden nur schnell abgeschnallt und dann ging es auf zu den Hunden und Katzen. Maia und Leander haben sich um die Katzen gekümmert, während alle anderen mit den Hunden Gassi gegangen sind. Einige Hunde waren sehr stürmisch und es war ein ganz anderer Spaziergang, als man es Zuhause kennt.

Während des Gassigangs sind einige interessant aussehende Bilder entstanden, welche nicht unbedingt vorteilhaft für den einen oder anderen (mich) sind. Nach dem Gassigehen haben wir die Futternäpfe und Wassernäpfe der Hunde ausgespült und aufgefüllt. Danach waren wir schon fertig und haben den Hunden noch kurz beim Spielen zugeschaut. Nachdem wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei den sehr jungen Katzenbabys gemacht haben (bis auf Carita, die mit einer Katzenhaarallergie vor der Scheibe warten musste), ging es in den Pool. Dort haben wir etwas verweilt bis die ersten Hunger bekommen haben. Nach dem Duschen sind einige dann einkaufen gegangen und es gab noch einmal Tortillas mit dem gleichen Belag wie am Abend zuvor. Damit haben wir den Tag langsam ausklingen lassen. Carita, Maia und ich haben uns in ein Doppelbett zu dritt gequetscht, während Matthias und Leopold im anderem und der Rest auf dem Boden geschlafen haben.

Ole sonnt sich oberkörperfrei

Am Walflossenstrand von Uvita © Matthias

Laurens mit Hund

Super süßer Laurens mit einem Wauwau © Matthias


Tag 3
Nachdem für alle um 6 Uhr der Wecker geklingelt hat, gab es wieder Müsli und Haferflocken zum Frühstück. Danach wurden wieder die Rucksäcke gepackt und aufgeschnallt. Dann ging es auf zur Bushaltestelle von wo aus wir erstmals nach Rio Claro gefahren sind. Dort haben wir nach einem Mittagessen geschaut und sind danach in den nächsten Bus nach Golfito gestiegen. Als wir fast beim Hafen in Golfito waren, haben wir auf einmal den Felix von den Yarakaris vor einem Supermarkt stehen gesehen. Daraufhin haben wir den Bus sofort anhalten lassen und sind zu den Anderen gestürmt.

Nach der Wiedersehensfreude und vielen Erzählungen, haben wir uns dann auch schnell wieder von ihnen verabschiedet und haben unser Mittagessen, welches (ganz zum Verdruss von Laurens) aus Trinkjoghurt und dem Restmüsli vom Frühstück bestand, vor dem Supermarkt verspeist. Nach unserem Mittagessen ging es weiter zum Hafen, der 2 km weiter weg lag. Dort haben wir versucht, die Leute von den Yachten zu fragen, ob wir bei ihnen übernachten dürften, doch die meisten, die wir gefragt haben, waren bloß Angestellte und die eigentlichen Besitzer der Schiffe waren gar nicht an Bord. Sie schlugen vor im Marina Office nachzufragen und das taten wir, nachdem wir von der Sicherheitsfrau entdeckt und dann herausgeführt wurden, da wir keine Crewmember von einem der Schiffe sind.

Im Marina Office haben wir dann mit einer netten Dame gesprochen, die dort arbeitet und sie hat mit ihrer Mutter telefoniert und 10 Minuten später hatten wir eine Zusage, dass wir bei ihnen schlafen dürfen. Mit der Bedingung, dass die Jungs draußen und die Mädchen drinnen schlafen. Das war vor allem für uns Mädchen sehr fein. Da wir die Hoffnung noch nicht aufgeben wollten auf einer der Yachten schlafen zu dürfen, haben wir noch in der Marina verweilt, da uns ein Mann ein „vielleicht“ gegeben hatte. Dieser meinte, dass es schwierig werden könnte, da sein Chef nicht an Bord war und er erst am Abend zurückkommen würde. Somit haben wir den Entschluss gefasst, bei der netten Dame zu übernachten und haben uns auf den Weg dorthin gemacht.

Vor Ort haben wir unsere Rucksäcke abgesetzt und sind zum Mini-Super gestratzt, um uns Zutaten für ein leckeres Abendessen zu kaufen. Leopold, Carita, Maia, Ole und ich haben haben dann Nudeln mit Tomaten-Käsesauce gekocht und haben mit unserer Gastgeberin zusammen gegessen. Nach dem Duschen sind alle ziemlich direkt schlafen gegangen. Die Jungs in ihren Hängematten, wir Mädchen in unserem Zimmer und Laurens in seinem Zelt.
 
Tag 4
Am nächsten Tag haben die Jungs Toast mit Rührei zum Frühstück vorbereitet und nachdem unsere Rucksäcke wieder zusammengepackt waren, ging es los zu unserem Airbnb. Wir haben erst einen Bus in Richtung Neilly genommen und haben bei dem Busbahnhof dann die Expigruppe Aectimel getroffen. Danach waren wir kurz einkaufen und haben dann einen tollen Fund gemacht. Und zwar die Einkaufstüte von Aectimel, die sie offensichtlich vergessen hatten. Sehr glücklich über den Fund, haben wir dann den Bus in Richtung San Vito genommen und sind dann etwas früher ausgestiegen und waren sehr froh, dass es dort in den Bergen etwas kühler war. Nachdem wir einem Schotterweg für eine halbe Stunde gefolgt waren, sind wir endlich bei unserem Airbnb angekommen. Froh über unser schönes Heim für mindestens den nächsten Tag, haben wir unser Mittagessen, von den Aectimels, mit einem schönem Ausblick auf den höchsten Berg Panamas auf unserer Veranda genossen und danach sind die meisten dringend duschen gegangen. Danach wurde sich vor den Fernseher gefetzt und als es schon allmählich später wurde, haben sich Ole, Matthias, Leander und Carita auf den Weg zum Supermarkt gemacht. Als sie nach 1,5 Stunden noch nicht wieder da waren, hat sich Laurens, auch Mama Laurens genannt, Sorgen gemacht. Nachdem Matthias anscheinend den „Backstagebereich“ (in Wahrheit war es nur der Platz zwischen Wand und Getränkeautomaten) ausfindig gemacht hat, sind sie nach zwei Stunden dann wiedergekommen und alle wurden von Laurens mit einem Bussi auf den Kopf begrüßt.

Dann wurde das Abendessen vorbereitet und wir haben uns alle zusammen auf die Terrasse gesetzt. Das Abendessen bestand aus einem Salat mit Pommes. Nachdem alles abgespült war, wurde der Filmabend fortgesetzt. Nach und nach sind alle schlafen gegangen. Leider gab es auch hier nicht genug Betten für alle und so mussten Jonah, Matthias und Leopold im Wohnzimmer schlafen.

Tag 5
Morgens sind einige von uns schon früher aufgestanden, um sich den Sonnenaufgang anzuschauen und sind danach wieder schlafen gegangen. Carita und Maia haben ein leckeres Frühstück gezaubert, welches aus Pancakes und Obstsalat bestand. Danach haben wir uns fertig gemacht, um nach San Vito zu fahren. Wir wollten trampen und haben uns wieder in drei 3er Gruppen aufgeteilt. Matthias, Leopold und ich haben als erstes ein Auto anhalten können, welches uns dann auch mitgenommen hat. Wir haben an einer Bushaltestelle auf die anderen gewartet und nach einer halben Stunde bis Stunde haben wir uns langsam gewundert, wo sie bleiben. Kurze Zeit später kamen Leander, Maia und Ole die Straße hochgestratzt und haben uns gesagt, dass sie unseretwegen schon das halbe Dorf abgesucht hätten. Nachdem sich rausgestellt hatte, dass wir offensichtlich nicht ganz ausgemacht hatten, wo wir uns treffen wollen, sind wir die Straße runtergelaufen und sind zu den anderen gegangen, die schon auf uns warteten. Unser eigentliches Ziel in San Vito war es, Italienisch essen zu gehen. Das haben wir dann auch gemacht und nach unserem leckeren Essen, gab es noch Tiramisu und eigentlich war der Plan noch in einen botanischen Garten zu gehen, aber es war schon zu spät und wir mussten auch noch einkaufen gehen, also ist aus unserem Plan leider nichts geworden. Das Einkaufen hat wie üblicherweise wieder länger gedauert als gedacht, da wieder dumme Scheiße gebaut wurde. Mit vollgepackten Einkaufstüten, sind wir wieder zurück zu unserem Airbnb teils gefahren und teils gelaufen. Als wir wieder auf dem Schotterweg waren, haben Leander, Maia und ich ein Auto angehalten und gefragt, ob sie uns mitnehmen können. Das haben sie dann auch, aber das letzte Stückchen mussten wir dann noch laufen. Oben angekommen haben wir alle angefangen das Abendessen vorzubereiten, welches aus Salat und Knobibrot bestand. Nach dem Essen, gab es noch Marshmallows überm Feuer und danach gab es wieder einen Filmabend. Danach ging es letzendlich in die Heia.


Tag 6
Am letzten Tag sind Matthias, Leander, Ole, Jonah und Laurens morgens zum botanischen Garten gestratzt und währenddessen haben Carita, Maia, Leopold und ich das Chaos in der Küche beseitigt und das Frühstück vorbereitet. Zum Frühstück gab es Pancakes, Obstsalat, Joghurt und Müsli. Dann mussten wir uns etwas sputen, um den Bus nach David zu bekommen. Da wir uns unsicher waren, ob wir an der richtigen Haltestelle stehen, sind wir ungefähr 20 Minuten weitergelaufen und plötzlich kam der Bus von hinten und wir konnten einsteigen. Der Bus hat uns bis zu einer anderen Bushaltestelle gefahren, wo wir in den Bus eingestiegen sind, der uns zur Grenze brachte. In einem Supermarkt bei der Grenze, haben wir uns T-Shirts gekauft, welche eigentlich für kleine Grundschüler gedacht waren und dann unsere Expishirts werden sollten. Die waren leider viel zu klein. Beschriften wollten wir sie dann aber erst später. Bei der Ausreise gab es keine Probleme, dafür aber bei der Einreise in Panama. Nachdem das dann irgendwann auch endlich geklärt war, sind wir gegen 14 – 15 Uhr dann endlich über die Grenze und haben einen Bus nach David genommen. Ein sehr viel zu kleiner Bus, wo oben unsere Rucksäcke drauf geschnallt und die Menschen aufeinandergestapelt waren. Nach einer Stunde sind wir dann direkt vor dem Bambu Hostel herausgelassen worden. Dort haben wir die ersten Gruppen wiedergesehen und nachdem wir unsere Rucksäcke in unsere Zimmer gebracht haben, sind wir zum Supermarkt gelaufen und haben dort unser restliches Expigeld ausgegeben. Als wir dann endlich wieder rausgegangen sind, haben wir wieder die Yarakaris getroffen. Kurze Zeit später kamen auch die Aectimels dazu und wir hatten unsere viel zu kleinen Fluchttrupp-Shirts an, worauf natürlich alle neidisch waren. Mit diesem Neid und viel Gesprächsmaterial ging der Nachmittag in den Abend über und nach einem Abendessen und einer Pooleinheit ging unsere sehr interessante, aufregende, abwechslungsreiche und sehr spontan geplante Expi langsam zu Ende.

Botanischer Garten

Botanischer Garten © Matthias

Für mich war die Expi eines der schönsten Erlebnisse der Reise (und für Leopold auch!) und ich hoffe, dass ihr mit diesem Blog einen kleinen oder auch größeren Einblick in unsere Expi bekommen habt.

Mit liebsten Grüßen,
Eure Liv

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Newsflash:
Wir sind jetzt endlich wieder unter Segel und konnten dadurch unseren begrenzten Sprit sparen. Allerdings waren wir mit dem Setzen und wieder Wegnehmen der Segel in den letzten Stunden besonders beschäftigt. Das war etwas nervenaufreibend! Wir haben außerdem in den letzten Abenden atemberaubendes Meeresleuchten beobachtet!