Von Spiekeroog nach Kalifornien: Team Curiositum fährt zum WRO Open Championship
Manchmal beginnt eine Reise nach Kalifornien nicht am Flughafen.
Sondern in einem Raum unserer MINT-AG. Zwischen Kabeln, Bauteilen, 3D-Druck, Programmcode, ersten Skizzen und einer Idee, die am Anfang vielleicht noch gar nicht so groß klang.
Für Karsten, Mateo und Lucas begann genau dort ein Projekt, das sie nun bis in die USA führt. Denn diese drei Schüler haben sich am vorletzten Juni-Wochenende mit ihrem Team Curiositum beim Deutschlandfinale der World Robot Olympiad für die Open Championship Americas in Ontario, Kalifornien, qualifiziert.
Vom 25. bis 27. September werden sie dort Deutschland vertreten.
Eine Idee wird größer
Das Thema der WRO-Saison 2026 lautet „Robots Meet Culture“. In der Kategorie Future Innovators entwickeln Teams eigene Roboterlösungen, die Kunst und Kultur unterstützen, kulturelles Erbe bewahren oder neue Wege schaffen, Geschichte und Kultur erlebbar zu machen.
Für Karsten, Mateo und Lucas war schnell klar: Sie wollten keinen Roboter bauen, der nur etwas bewegt, sortiert oder transportiert. Sie wollten zeigen, dass Robotik mehr kann.
Wie kann Technik helfen, Wissen zu bewahren? Wie lassen sich Museumsobjekte digital erfassen? Wie können Exponate für Besucherinnen und Besucher zugänglicher werden – auch über den Museumsraum hinaus?
Aus diesen Fragen entstand Tommy: ein automatisierter Informations- und Scanroboter, der Museumsobjekte digital erfasst, daraus digitale Zwillinge erstellt und zusätzliche Informationen interaktiv zugänglich macht.
„Mich hat gereizt, dass wir nicht einfach einen Roboter bauen, der etwas bewegt oder sortiert. Wir wollten zeigen, dass Robotik auch dabei helfen kann, Kultur und Wissen zu erhalten und für andere zugänglich zu machen“, sagt Karsten.
Tüfteln, testen, neu denken
Was heute nach einer fertigen Idee klingt, war über viele Monate ein Prozess aus Ausprobieren, Scheitern, Weiterdenken und Wiederanfangen.
In der MINT-AG wurde programmiert, gebaut, verworfen und verbessert. Bauteile mussten angepasst, Abläufe neu gedacht, Software geschrieben und Präsentationen vorbereitet werden. Nicht alles funktionierte sofort. Manches funktionierte überhaupt nicht. Und genau darin lag ein wichtiger Teil des Lernens.
Denn gute Ideen entstehen selten auf Knopfdruck.
Begleitet wurde das Team von Lehrer Sebastian Bongarz, der die MINT-Arbeit an unserer Schule seit Jahren prägt.
„Mich beeindruckt vor allem, wie hartnäckig die drei geblieben sind. Gute Ideen entstehen selten auf Anhieb. Sie haben immer wieder weitergedacht, ausprobiert und Probleme gelöst. Genau das hat dieses Projekt so besonders gemacht“, sagt Bongarz.
Deutschlandfinale in Trier
Zur deutschen WRO-Saison 2026 meldeten sich mehr als 1.100 Teams an. Beim Deutschlandfinale in Trier traten schließlich 130 Teams in drei verschiedenen Kategorien gegeneinander an.
In der Kategorie Future Innovators hatten sich 24 Teams qualifiziert.
Karsten, Mateo und Lucas präsentierten dort ihr Projekt vor drei Jurys, erklärten ihre Idee, zeigten die technische Umsetzung und stellten sich den Fragen der Fachleute.
Am Ende stand Platz 8.
Und damit noch mehr: Einer der internationalen Startplätze, die bereits vor dem Wettbewerb für verschiedene WRO-Events vergeben waren, führte nach Kalifornien.
Von der Insel auf die internationale Bühne
Für Team Curiositum bedeutet das: Die Reise geht weiter.
Aus einer Idee in unserer MINT-AG wurde ein Projekt, das nun auf internationaler Bühne präsentiert wird. Aus einem Schulprojekt wurde ein Beitrag zu der Frage, wie junge Menschen mit Technik Zukunft gestalten können. Und aus vielen Nachmittagen des Tüftelns wurde eine Chance, die weit über Spiekeroog hinausführt.
Natürlich freuen wir uns über die Platzierung.
Aber noch mehr freuen wir uns über das, was hinter diesem Erfolg sichtbar wird: Neugier, Ausdauer, Teamgeist, Eigenverantwortung und die Bereitschaft, einen Gedanken so lange weiterzuverfolgen, bis daraus etwas Eigenes entsteht.
Genau darum geht es uns am Lietz.
Junge Menschen sollen nicht nur Antworten lernen. Sie sollen Fragen stellen, Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihr Denken Wirkung haben kann.
Manchmal führt dieser Weg in eine MINT-AG auf Spiekeroog.
Und manchmal von dort bis nach Kalifornien.
53°46′N · 07°42′E
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