Neue Ausstellung des Nationalpark-Hauses Wittbülten feierlich eröffnet
20 Jahre Wittbülten – das schuleigene Nationalpark-Haus auf dem Gelände der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog blickt stolz zurück auf eine bewegte Zeit ganz im Zeichen der Umweltbildung. Und was gäbe es Schöneres, als sich zu diesem Anlass mit einer neuen Ausstellung zu belohnen?! Diese wurde am 28. März im Beisein von ca. 150 Festgästen feierlich eingeweiht.
Unter dem Motto „Leben im Weltnaturerbe Wattenmeer – erleben, erforschen, gestalten“ präsentiert das Wittbülten nun auf 400 Quadratmetern die vielfältigen und dynamischen Lebensräume mit ihren Eigenarten, den Gefährdungen, denen sie sich aufgrund menschlicher Eingriffe und klimatischer Veränderungen gegenübersehen und auch den Schutzmöglichkeiten, die dabei helfen, dieses wertvolle Stück Natur zu erhalten. Dabei werden auch aktuelle Forschungsergebnisse einbezogen.
Die grundlegende Modernisierung konnte dank einer Förderung des Bundes und des Landes in Höhe von insgesamt 1,2 Mio. Euro umgesetzt werden. Dazu kommt eine energetische Sanierung im Umfang von 400.000 Euro (zzgl. 20 % Eigenanteil). Mit weiteren Fördermitteln wird das Café des Nationalpark-Hauses zu einem Biosphärencafé weiterentwickelt.
Hinter der Leiterin des Nationalpark-Hauses Swaantje Fock und ihrem Team liegen intensive und arbeitsreiche Monate. In Zusammenarbeit mit den Göttinger Ausstellungsspezialisten der Agentur „signatur – wissen erleben“ haben sie dem Erlebnis-und Lernort mit der neuen Ausstellung neue Strahlkraft verliehen. Rund um das beliebte Pottwalskelett und das aufgefrischte Inselmodell können die Besucher nun das niedersächsische Wattenmeer in seiner Einzigartigkeit mit allen Sinnen erleben.
Seit Gründung der Schule, die 1928 mitten in die Spiekerooger Dünenlandschaft gebaut wurde, sind mit der Nähe zur Natur auch der Respekt und das Verständnis für ihre Lebewesen und Funktionalitäten elementare Bestandteile des Bildungskonzepts. Dem großen Engagement, Mut und Durchhaltevermögen zweier Schulleiter, Hartwig Henke und Florian Fock, sowie Ute Hildebrand-Henke und Swaantje Fock ist es zu verdanken, dass schließlich das Wittbülten als sichtbarstes Zeichen dafür in den Räumlichkeiten der ehemaligen Schulsporthalle entstand.
Was außerdem ganz besonders ist auf Spiekeroog, ist die enge Kooperation des Nationalpark-Hauses mit den Forschenden der Universität Oldenburg. Das betonte Universitätspräsident Ralph Bruder im Rahmen der Eröffnung. Die Ausstellung sei ein Ort, der Wissenschaft und Forschung willkommen heiße, der der Wissenschaft die Möglichkeit gäbe, junge Menschen für ihre Themen zu begeistern, so Bruder. Von dieser Zusammenarbeit profitieren auch die Schüler des Inselinternats, für die die Möglichkeit besteht, in aktuelle Forschungsprojekte hineinzuschnuppern und mitzuerleben, welchen großen Stellenwert der wissenschaftliche Diskurs hat.
Zum Umweltbildungsauftrag des Wittbülten gehört auch die Ausbildung der Junior Ranger, der jungen Botschafter der Natur, die sich im Nationalpark aktiv für deren Schutz einsetzen. Als Vertreter aller seiner Mitstreiter durfte dann auch Junior Ranger Hugo gemeinsam mit dem niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer im Anschluss an den Festakt das rote Band am Eingang zerschneiden und damit die neue Ausstellung ganz offiziell eröffnen.
Beim Tag der offenen Tür am darauffolgenden Tag konnte das Wittbülten ca. 700 Gäste begrüßen, die voll des Lobes waren für die intelligente Gestaltung, die ansprechende Aufbereitung von Informationen und die zum Verweilen einladende Atmosphäre des Hauses.
Swaantje Fock und ihr Team waren nach diesem ereignisreichen Wochenende erschöpft, aber glücklich. Nun freuen sie sich darauf, auch in den kommenden Jahren die kleinen und großen Besucher für die Schönheit des Wattenmeeres zu begeistern und für dessen Schutz zu motivieren.