6. Mai 2016 Unsere Zeit auf den Azoren

Datum: 4.5.2026
Position: 44°32,085‘N · 022°04,954‘W
Bisher zurückgelegte Seemeilen: 12448,6 nm
Ziel: Oostend, Belgien
Wetter: trocken, grau
Stimmung an Bord: Gemischte Gefühle im Hinblick auf unsere baldige Ankunft
 
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Heute möchte ich über unseren Landaufenthalt auf den Azoren berichten und warum gerade dieser für so viele von uns ein Highlight war. Zu Beginn macht allein die Lage der Azoren sie schon zu einem attraktiven Ziel, da die Azoren, weil sie fast mittig im Atlantik liegen, wie ein Checkpoint für jeden Segler sind, der über den Atlantik segelt und eine Oase sucht um zwischen den nordatlantischen Stürmen vor der  Weiterfahrt noch einmal durchzuschnaufen. Außerdem gehören die Azoren trotz ihrer so westlichen Lage zu Portugal und damit zur EU, weshalb man dort auch mit Euro bezahlt und sogar die gleichen Preise wie am Festland hat, da die Azoren ein paar steuerliche Ausgleiche haben. Zudem ist ebenfalls die Landschaft bereits ein einzelner Grund sich auf den europäischen Außenposten im Nordatlantik zu wagen. Wie viele Hochseeinseln sind auch die Azoren Vulkaninseln, weshalb es auf ihnen viele Vulkangipfel mit atemberaubenden Kratern gibt, wie wir bei unserer Fahrradtour vom Vulcão dos Capelinhos (Vulkan auf der Insel Faial) selbst sehen durften.

Vulkankrater auf Faial

Vulkankrater auf Faial © Matthias


Dieses Phänomen ist allerdings auch die Grundlage dafür, dass die Inseln auf ihrem flächenmäßig recht kleinen Areal doch einigermaßen viele verschiedene klimatische Zonen abdecken und dadurch eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren beherbergen. So entsteht beispielsweise manchmal der Eindruck, man sei gleichzeitig im Allgäu und am Meer, wenn man zum Beispiel einer Kuh dabei zusieht, wie sie auf einer der Bergwiesen wiederkäuend den Hafen beobachtet. Das erzeugt, zumindest bei mir, manchmal ein Gefühl von Surrealität, was durch den Gedanken dessen, dass man sich auf einer winzigen Inselgruppe irgendwo fernab von jeglichem Festland befindet nicht gerade vermindert wird. Zudem kommt allerdings noch die Geschichte und Tradition, die die Azoren so besonders machen. Wie bereits angesprochen, fahren seit jeher Segler die den Atlantik überqueren die Azoren als eine Art Zwischenstopp an um Vorräte aufzufüllen und Wartungsarbeiten zu machen um heile über das Weltmeer zu kommen. Das führt dazu, dass beinahe jeder dort Anzutreffende seine eigene interessante und spannende Geschichte hat, egal ob alteingesessene Seebären, Weltumsegler oder Hitchhiker („per Anhalter“ Segelnde). Die meisten dieser Menschen kann man logischerweise im Hafen finden, der ebenfalls etwas ganz Besonderes ist, da seit Urzeiten der Aberglaube besteht, dass jeder im Hafen ein Logo oder Bild auf den Pier pinseln muss um keinen Sturm auf der Weiterfahrt zu haben. Darum ist der ganze Hafen Hortas (die Stadt in der wir waren) vollgemalt mit Zeichnungen früherer Abenteurer, die einst über den Atlantik gesegelt waren und dort angehalten haben, von denen manche noch aus dem letzten Jahrhundert stammen und heute immer noch zu sehen sind. Natürlich haben wir unser Logo ebenfalls auf den Pier in Horta gemalt, direkt neben das der vergangenen Reise.

Wir pinseln unser Logo auf die Pier in Horta

Wir pinseln unser Logo auf die Pier in Horta © Matthias

Und dann ist da natürlich noch das Peter Café Sport in dem seit 1918 Segler aus aller Welt zusammensitzen, Erfahrungen und Geschichten austauschen und  Speisen wie zum Beispiel den weltberühmten Schokokuchen essen, wie auch wir es zuhauf getan haben.

Das Peter Café Sport

Das Peter Café Sport © Matthias

Doch auch diesem Café, das übrigens das westlichste Café Europas ist, sieht man seine Kundschaft an, da es mit unzähligen Wimpeln, Flaggen und Stickern geschmückt ist, die Gäste bei ihrem Besuch verschenkt haben. Auch wir haben einige Wimpel gebastelt und gegen einen des Peter Café Sports eingetauscht.

Inside Peter Café Sport

Inside Peter Café Sport © Matthias

Ich hoffe, ich habe euch also den Flair dieser Inseln ein bisschen näher gebracht, die durch ihre natürlichen Beschaffenheiten aber vor allem auch durch ihre Tradition und Geschichte so viel mehr sind als nur ein Zwischenstopp auf der Reise über den Atlantik. Ich denke, es ist für viele von uns hauptsächlich deshalb ein solch eindrucksvoller Halt gewesen, weil wir über die letzten sechs Monate zu genau solchen Abenteurern geworden sind, wie wir sie dort auch getroffen haben.
 
Matthias

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Grüße:

  • Lilly F.: Ganz liebe Grüße an Bauli, ich hoffe du hast am Montag die Prüfung mit bravour bestanden! GaLiGrü
    Ana: Alles Gute zu Geburtstag Daniel, hab dich ganz doll lieb und vermisse dich!
  • Letitia: Liebe Grüße an Franka, ich hab mir letztens deine Nachricht zu Silvester angehört und hab mich sehr gefreut, deine Stimme zu hören. Ich freue mich sehr auf den Sommer und auch auf den nächsten Winter, der vielleicht auch so weiß wird und ich bin fast schon so weit, dass ich mir Weihnachtsmusik anhöre. Ich hoffe du gehst nicht unter all den Abi Prüfungen unter und hast trotzdem noch ein bisschen Spaß. Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Erfolg und Glück und schicke dir gaanz viel Kraft! Liebe Familie ich denke gerade auch viel an euch und das Weihnachten, dass ich mit euch allen verpasst habe und schwebe in Vorfreude. Gleichzeitig beginne ich zu realisieren, dass die Zeit hier in meinem neugefundenen Zuhause bald vorbei ist und bin traurig, wenn ich daran denke die Eendracht verlassen zu müssen. Das Leben auf hoher See aufgeben und ins alte Leben zurückzugehen, fühlt sich nicht ganz richtig an. Aber ich freue ich auch so sehr auf euch alle, dass ich in vielen Vorfreudemomenten fast vor Glück platze. Liebe Grüße an euch alle, ich hab euch lieb!!!
  • Jonah: Liebe grüße an Opi und meine Familie, freu mich schon euch bald wiederzusehen. Außerdem liebe Grüße in Gedenken an alle Opfer des Feldmesspraktikums, hoffentlich hattet ihr Spaß :) Liebe Grüße an die Eltern von Matthias
  • Matthias: Liebe Grüße an meine tolle Familie, hab euch lieb und freue mich schon auf Bremerhaven. Die Azoren waren mega! Ich hoffe du performst in deinem Matheabi Lara-Luise. Ich bin grad hart am prokrastinieren für den SBF See, deshalb seid nicht zu enttäuscht, wenn ich einfach hardcore durchrassel.
  • Liv: Ganz liebe Grüße an Caritas Familie. Die Riti vermisst euch ganz dolle und ich freue mich, sie bald wieder an euch abgeben zu dürfen. (Vorallem, wenn sie Kaffee trinkt, ist sie besonders anstrengend. Über mein Kaffeeverbot hat sie sich einfach hinweggesetzt. .) Ganz ganz liebe Grüße an Flori und Fred auf dem Schreibtisch. Ich freue mich euch bald richtig kennenlernen zu dürfen.
  • Carita: Aller liebste Mama und Papa Redmer, der Liv geht es fantastisch. Sie redet jeden Tag von euch besonders vor dem Einschlafen. (das stimmt nicht.. hate to break it to you - liv) Bis bald und bunte Grüße.
  • Pauli: Alles gute zum 3. Geburstag Loli, hab dich lieb. Du bleibst für immer ein kleiner Baby Bruder.
  • Luca: Hi Papa, ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag. Ich hoffe du hast schön gefeiert. Bis ganz bald ihr alle! <3
  • Mia De.: Liebe Grüße an daheim, ich zähle schon die Tage bis ich euch endlich ganz fest drücken kann und gleichzeitig vermisse ich diese ganzen tollen Menschen hier jetzt schon. Hab euch lieb bis zum Mond und wieder zurück!
  • Hannah: Ganz liebe Grüße an meine Eltern! Ich habe euch soooooooo dolle lieb. Mir geht es gut und Engineer sein macht erstaunlich viel Spaß. Ganz liebe Grüße auch an Leo, Mariko, Mathilda, Johanna und natürlich meine Omas! Hab euch ganz, ganz dolle lieb!