27. März 2026 Finca la Lima
Donnerstag, 27.3.2026
Position: Jamaika, Port Antonio
Zurückgelegte Seemeilen: 9181.7
Ziel: Bermuda
Wetter: Heiß und schwül
Stimmung: fasziniert von Jamaika, aber auch etwas gestresst wegen der vielen Klausuren
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Liebe kleinen und großen Leserinnen und Leser,
den Großteil unserer Zeit auf Kuba haben wir auf der Finca la Lima verbracht, einem Selbstversorger-Bauernhof, der an der Westküste Kubas, zwischen den Städten Cienfuegos und Trinidad liegt. Für mich persönlich war die Zeit, die wir dort in der Idylle des Hofes verbracht haben extrem besonders. Zum einen war die Finca, umgeben von grünen Hügeln, Koppeln und Feldern eine wunderschöne Ferienkulisse, zum anderen, weil wir uns in der Zeit, in der wir auf Kuba gelebt haben, sehr intensiv mit der Geschichte und der aktuellen Lage der Menschen befasst haben.
In unserer Freizeit in der Stadt und auf der Finca haben wir viel mit den Menschen geredet und untereinander unsere Eindrücke und Beobachtungen auf Kuba geteilt und über die wirtschaftliche Situation diskutiert. Aber dazu wird Hannah noch einen Blog veröffentlichen.
Ich möchte euch ein wenig von unserem Aufenthalt dort erzählen.
Am Montag Nachmittag kamen wir mit einer Menge Gepäck, darunter Wasser, Spiele und Zelte, Isomatten und Hängematten auf der Finca la Lima an. Nachdem wir alles ausgeladen hatten überraschte uns Oskar, der dort als Barkeeper arbeitete und mit dem wir uns schon bald angefreundet hatten, mit einer super erfrischenden Zitronenlimonade. Während die ersten sich mit ihren Hängematten und Zelten auf dem „Zeltplatz“ und zwischen den Holzbänken der Überdachungen einrichteten, erkundeten einige Neugierige aus der Gruppe den Hof.
Zu dem Bauernhof gehörten, neben dem Haupthaus, in dem sich einige Zimmer und das immer besetze Bad befanden, eine Plaza, auf der wir alle fürs Frühstück und Abendessen zusammenkamen, mehrere Ställe für die vielen Tiere, eine große Außenküche sowie eine Terasse samt Kuschelmuschel und anderen Sitzgelegenheiten. Von der Terasse aus hatte man einen fabulösen Ausblick auf die Berge um uns herum und sie schützte uns vor dem Regen, der bald darauf über uns hereinbrach. Zudem gab es eine Außendusche und einen niedrigen, wasserlosen Pool auf der Finca, in dem die vielen Baby Ziegen auf ihren leicht wackeligen Beinen umhersprangen, wie auf einer Half-Pipe.
Neben den Zicklein und Ziegen lebten außerdem mehrere Kühe, darunter einige Kälbchen, eine große Schweinefamilie, ganz viele Hühner, drei Papageien, mehrere Pfaue, viele blitzschnelle hektische Kolibris, ein Esel und einige Pferde mit uns zusammen, zur großen Freude von uns.
Hannah, übergücklich mit Pferd © Letitia
Luca, überglücklich mit Ziege © Lenni
Die ersten zwei Tage waren für uns ganz typische Ferien auf dem Bauernhof. Viele lagen mit ihren MP3-Playern, Büchern oder Lieblingsmenschen in der Hängematte oder im Gras und chillten (mal zur Abwechslung zu unserem hektischen Bordalltag). Wir lernten, wie man eine Kuh melkt und wie man Kaffee röstet, spielten wie früher Räuber und Gendarm und stritten dabei über die berühmte Katzenwache.
Teambesprechung der Gendarme © Paul
Außerdem erkundeten wir die Gegend, wobei wir einen Wasserfall und den Internetberg auskundschafteten (ein kleiner Hügel von dem aus man das Meer sehen konnte und wo wir überraschenderweise Empfang hatten) und freundeten uns mit den unzähligen Tieren, die ständig zwischen unseren Beinen umherliefen, an.
Leider fing es schon am ersten Abend an zu regnen. Der Regen wurde von uns allen wenig begeistert aufgenommen und sollte ganze vier Tage andauern. Doch trotz des Matsches, den gefluteten Zelten und triefnassen Schlafsäcken ließen wir uns nicht die Stimmung vermiesen.
Wir machten es uns unter den Überdachungen gemütlich, verkrochen uns vor dem Regen in den Ställen und in der Kuschelmuschel, spielten Spiele wie Domino oder Wikingerschach und glichen unseren Schlafmangel aus.
Irgendwann fingen wir an, im Regen zu duschen. Da wir nur zwei Bäder zur Verfügung hatten, waren beide Bäder, ausnahmslos immer besetzt und die Schlange davor reichte meist mehrere Meter weit (Insofern kam der Regen, zumindest in Betrachtung der Bäder-Überlastung, ganz gelegen).
Für Mittwoch und Donnerstag waren Ausflüge in die Umgebung geplant. Trotz des Regens sammelten wir in Kubas einst touristischem Valley Ingenio (Zuckerrohrtal) und der Stadt Trinidad einmalige und prägende Erfahrungen. Am Abend auf der Finca sprachen wir dann darüber, was wir erlebt und wahrgenommen hatten, während das schlechte Wetter weiter um uns herum tobte.
Zum Glück ließ der Regen am Freitag nach. Gemeinsam fuhren wir an den Playa Ancon, einem kilometerlangen weißen Sandstrand mit Palmen. Der Tourismus musste dort einmal geboomt haben, denn es reihte sich ein Liegestuhl an den nächsten, es quetschte sich eine Strandbar an die andere. Doch der Strand war völlig ausgestorben. Es zeigte sich das selbe Phänomen wie in den Städten Kubas. Die Insel wirkte verlassen. Wir saßen am Strand, sammelten Muscheln, badeten im ruhigen Meer und reflektierten all das, was wir in so kurzer Zeit auf Kuba erlebt hatten.
Letitia sucht Muscheln am Strand © Hannah
Am Abend schickte eine geheimnisvolle Nachricht von einem gewissen C uns auf eine Schnitzeljagt durch den Wald. Auf dieser ganz speziellen Nachtwanderung bewiesen wir unsere Unerschrockenheit, indem wir den Fluss mehrmals durchquerten, Mosquitos abwehrten, mit Stöcken gegen Baptista‘s Männer (Mia Di, August und Bene) kämpften und als Höhepunkt mitten in der Nacht, mitten im Wald bei den Wasserfällen und Krebsen schwimmen gingen.
Nach dieser langen Nacht brach unser letzte Tag auf der Finca viel zu früh an. Nachdem für die Verhältnisse der Finca relativ frühen Frühstück (für Eendracht Verhältnisse eher ein spätes Frühstück) durften diejenigen, die wollten, bei der Schlachtung des Schweins dabei sein, welches beim gemeinschaftlichen Dinner am Abend gegessen werden sollte.
Den letzten Nachmittag unserer Bauernhof-Ferien durfte jeder anders gestalten. Viele von uns waren damit beschäftigt Fotostorys für den Spanischunterricht zu schießen und einige hatten am Nachmittag die Möglichkeit mit den Pferden der Finca einen Ausritt durch die Umgebung zu machen.
Beim Reiten – vorn die Ohren von »Capuccino« © Letitia
Als die Dunkelheit über die Finca reinbrach, verwandelte sich die Terrasse, die von unseren Taschenlampen provisorisch ausgeleuchtet wurde (die Finca hatte allein während unseres Aufenthaltes dutzende Stromausfälle), unter der Musikauswahl von DJ Becci zur Tanzfläche. Oskar mixte einen alkoholfreien Cocktail nach dem nächsten und alle – die Mitarbeiter*innen der Farm, die Pädagogen und wir, die Schüler – tanzten ausgelassen und ließen den Abend unter dem südlichen Mond und den klaren Sternen glücklich ausklingen.
Am nächsten Tag kehrten wir gegen Vormittag zur Eendracht zurück und setzten am nächsten Vormittag die Segel in Richtung Jamaika, wo wir jetzt im Hafen liegen.
Alles Liebe
Letitia

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Grüße:
- Letitia: Liebe Anais, meine kleine große Schwester. Jetzt bist du schon neun Jahre alt und ich kann es einfach kaum fassen, wie groß du jetzt bist. So was sagen ja eigentlich immer Eltern aber es stimmt, ich kann mein Glück kaum wirklich fassen, dass du schon so lange ein Teil von meinem Leben bist. Ich wünschte, ich könnte heute bei dir sein, dich in den Arm nehmen und dir sagen, wie sehr ich dich Liebe. Ich vermisse dich sehr und bin gerade ziemlich traurig, weil du so weit weg bist. Ich wünsche dir trotzdem einen wunderschönen neunten Geburtstag mit ganz viel leckerem Kuchen ganz viel Freude und ganz viel Liebe. Die Mama soll dich neun Mal ganz fest von mir umarmen. Du bist das tollste Mädchen, das ich kenne!!! Bitte bleib so, wie du bist. Dein Geschenk habe ich schon gekauft, das bekommst du in zwei Monaten in Bremen okay? Ich freue mich sehr darauf! Alles Liebe zum Geburtstag, ganz viel Glück und Freude für dein neues Lebensjahr!!
- Mateo: Alles Liebe zum Geburtstag Opa!!!
- Ole: Alles Gute nachträglich zum Geburtstag Marie!
- Leander: Ganz liebe Grüße an alle nach Hause. Mir geht es gut und ich denk an euch.
- Greta: Ganz liebe Grüße an Mare und Hedda! Wir sind heute in Jamaika angekommen, und es ist wirklich wunderschön hier. Ich hoffe euch geht es gut und liebe grüße auch an den rest der Familie:)
- Maia: Liebe Grüße an Papa, wir sind jetzt in Jamaika und waren heute schon an Land bei einem LostPlace und morgen haben wir noch ein bisschen Freizeit in der Stadt. Ich freue mich schon ganz dolle, beim nächsten Telefonat mehr mit dir drüber zu reden. Hab dich lieb:)
- Lilly F: Ganz liebe Grüße an daheim, vor allem an Antonia – Jamaika ist so cool!!
- Finja: Viele Grüße aus Jamaika! Tatsächlich sind wir hier und haben den Extra-Stopp mitgenommen. Ich sende nur das Beste an Mama und Papa, Alyssa, Lisa, Mareike, die drei Ms, alle Schulfreunde, Andrea, Oma und Opa und eigentlich an noch so viele mehr, aber die werden in folgenden Blogs gegrüßt, sonst werden die Grüße zu lang haha...und noch mehr News zum Teasern, damit ihr noch gespannter auf die nächste Telefonzeit werdet: Eure Chief Officerin ist befördert zum Captain :)
- Mia Di: Liebe Grüße an Sophie, ich hab dich ganz dolle lieb und vermisse dich!!
