6. Februar 2026 Eine Busfahrt, die ist lustig …
Datum: 5.2.26
Ort: noch immer Bus (aber diesmal ein anderer)
Wetter: erst drückend heiß, jetzt gerade regnerisch
Ziel: Costa Rica (entweder Pazifik- oder Atlantikküste)
Stimmung: erstaunlicherweise immer noch gut, aber mittlerweile setzt Reisereudigkeit ein
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Eine Busfahrt, die ist lustig,
eine Busfahrt, die ist schön
In den letzten Tagen ist viel passiert. Derzeit befinden wir uns in zwei Bussen auf dem Weg entweder an die Atlantik- oder Pazifikküste Costa Ricas, um dort in zwei Gruppen die nächsten Tage zu verbringen, bevor wir uns alle wieder zusammen in Longo Mai treffen. Der Bloglaptop fährt derzeit an die Atlantikküste. Um den Kids etwas Ruhe zu gönnen, freut sich das Pädi Blogteam, auch mal einen Blogbeitrag zu schreiben. Im Folgenden wird sich bemüht, die Ereignisse bestmöglich zusammenzufassen, um euch einen Einblick in unsere letzten 72 Stunden zu geben. Schnallt euch an – es wird aufregend.
Nach zwei Tagen des unermüdlichen Packens und Putzens vor Anker in Portobelo (Panama), begann am Montag, dem 2.2., um 4 Uhr morgens unsere Reise zum großen Landaufenthalt in Costa Rica. Nach zwei Stunden tendern waren wir alle pünktlich an der Casa Vela von Francesco, um frohen Mutes pünktlich in den Bus gen Norden nach Davíd zu steigen. Vor uns lagen Minimum 10 Stunden Busfahrt – für uns alle eine wahre Wohltat: sitzen, snacken, sabbeln und sonst einfach mal nichts tun. Little did we know ...
Unser ganzes Gepäck wird von der Eendracht zur Casa Vela getendert © Becci
Beitragsbild oben:
Entsprechend erholt nahmen wir nach acht Stunden Busfahrt einen Anruf von unserem 1. Offizier Shee entgegen. Dieser musste uns leider mitteilen, dass die von uns allen als korrekt verbuchte Immigration auf den San Blas Inseln aufgrund eines Missverständnisses leider doch nicht ausreichend gewesen war. Dies war aufgefallen, da ein Crew Mitglied am Flughafen durch den unvollständig gestempelten Pass den Rückflug nach Hause nicht hatte antreten dürfen. Wir sollten jetzt zurück nach Portobelo kommen, um die Stempelung und somit die korrekte Immigration nachzuholen. Ab hier wird die Geschichte spannend.
Folgende Gedanken gingen dem HSHS Team (ab jetzt nur noch Krisenstab) durch den Kopf: Wie sollen wir mit 38 Teenagern, gefühlten zwei Tonnen Gepäck und ungestempelten Pässen einmal durch das ganze Land zurück nach Portobelo kommen? Wo sollten wir essen oder schlafen? Welcher Bus würde uns so spontan einmal 10 Stunden zurück nach Portobelo und dann wieder nach Davíd fahren? Würden uns die Checkpoints entlang des Weges wie durch ein Wunder einfach wieder durchwinken? Würde es reichen, einen von uns loszuschicken oder müssen wirklich ALLE zurück? Könnte man die Immigration auch in Davíd erledigen?
Nach zwei Stunden des Telefonierens und Brainstromens mit Shore Crew, nautischer Crew und deutscher Botschaft und trotzdem Lachens über die Absurdität der Situation, gab es folgenden Plan: Nach Davíd fahren, dort eine Nacht im gebuchten Bambu Hostel schlafen, am nächsten Morgen versuchen, im Immigrationsbüro in Davíd eine Lösung vor Ort zu finden, parallel Kinder im Hostel bei Laune halten und im Falle des Scheiterns mit Busfahrer Jesús wieder zurück nach Portobelo gondeln, dort für eine Nacht für 45 Menschen (inklusive unserer zwei Busfahrer) eine Unterkunft finden, die Immigration dort am nächsten Morgen durchführen und anschließend wieder nach Davíd ins Bambu Hostel zurückfahren. Ein Masterplan – oder?
In Davíd angekommen nahmen die Jugendlichen, die den Ernst der Situation bereits im Bus wahrgenommen hatten und entsprechend ruhig gewesen waren, die neusten Entwicklungen gefasst und belustigt auf. Zur allgemeinen Erheiterung wurden kleine Spiele im 4x4 Meter Pool des Hostels von Liv und Carita initiiert (z.B. Bauernhof - war so lustig wie es klingt). Dann verschwanden alle in den Betten.
Spiele im Bambu-Hostel © Lilly K.
Lilly und Hannes im Immigrationsbüro in David © Lilly
Am nächsten Morgen, Dienstag dem 3.2., begaben sich Lilly und Hannes zu ihrer 4,5 stündigen Mission ins Immigrationsbüro. Dass sich Hannes zunächst noch eine lange Hose kaufen musste, um überhaupt Zugang zum Immigrationsbüro zu bekommen, konnte uns dann auch bei all dem Wahnsinn nicht mehr aus der Bahn werfen.
Die restliche Gruppe verbrachte das Warten im Hostel unter anderem mit Farbtypenanalysen mit Becci, Physiotherapiestunden mit Julia, Schlafen, True-Crime-Podcast-Hören und natürlich Packen. Als klar wurde, dass das Büro in Davíd nicht helfen konnte und wir tatsächlich ALLE zurück nach Portobelo mussten, machten wir uns startklar für den zweiten Teil des Masterplans – insgesamt weitere 20 Stunden Busfahrt mit Busfahrer Jesús, der seinem Namen alle Ehre machte, standen uns bevor.
Die Rückreise begann mit einem „kurzen“ Supermarktbesuch, bei dem unsere Gruppengröße und der immer länger werdende Kassenzettel die Kassiererinnen und später auch den Supermarktmanager zunehmend in Skespis versetzten. Beladen mit Snacks fuhren wir um 13 Uhr endlich los.
Dank der Vorarbeit im Immigrationsbüro in Davíd, waren alle Checkpoints informiert worden und der Transfer in den Süden verlief reibungslos. Da der Bus mittlerweile neben der Eendracht unser zweites Zuhause geworden war, wurde sich dort schnell häuslich eingerichtet. Der Fernseher, der uns schon die ganze Zeit in Jesús’ Bus anlachte, blieb natürlich auch bei den Jugendlichen nicht unentdeckt. Das sich nun neu geformte Technikteam bestehend aus Ole, Jonah und Mateo testeten ab nun unermüdlich alle Kabel und Optionen aus, um irgendwie einen Film zum Laufen zu bringen. Beim nächsten Stopp wurde ein HDMI Kabel gekauft, sodass aus einer Konstruktion mit Beccis Laptop, viel Klebeband und reichlich Fingerspitzengefühl schließlich die langersehnte erste Episode von Maxton Hall geschaut werden konnte. In Anbetracht der Umstände wurden kurzfristig die HSHS Werte über Bord geworfen und ein Boxenstopp bei McDonalds eingelegt. Ein weiteres Highlight für alle.
Dont worry be happy © Lilly K.
Mal was Gesundes zum Essen © Lilly K.
Am Checkpoint Gunabala © Lilly
Parallel zur Busfahrt gelang es der Schiffsführung eine Unterkunft sowohl für HSHS als auch eine Unterkunft für die Busfahrer in Portobelo zu organisieren. In Anbetracht der Gruppengröße, dem Zeitpunkt unseres Ankommens (mitten in der Nacht 2 Uhr früh) und der kleinen Größe Portobelos eine wahre Überraschung! Dementsprechend – sagen wir mal – rustikal war die Gestaltung unseres Nachtlagers. Herrlich unkompliziert wie unser Jugendlichen sind, wurde sich schnell auf die nicht ganz passende Anzahl an Betten verteilt und die eine oder andere Kakerlake mit Humor in Kauf genommen. In der Nacht verirrte sich eine Kröte namens Imelda ggf. mit Einfluss einiger Jungs in ein Zimmer der Mädchen.
Happy Pädis in ihrer Unterkunft in Portobelo © Lilly
Glücklicherweise verlief die Immigration am nächsten Morgen, Mittwoch den 4.2., unkompliziert. Etwas verlottert konnten wir der Crew, die mit uns die Immigration durchführen mussten, nochmals verabschieden. Mit noch warmen Milchbrötchen vom Bäcker stiegen wir schließlich wieder in den Bus. Niemand konnte ahnen, dass uns die Konstruktion des Technikteams für die nächsten 10 Stunden Rückreise nach Davíd an einen Maxton Hall Marathon binden würde. Was man von hinten nicht sehen konnte, wurde durch die vorderen Reihen chorisch laut vorgelesen. Es wurde mit dem Maxton Hall Lacrosse Team mitgejubelt und den Protagonisten James und Ruby mitgefiebert. Pünktlich zum Ende der zweiten Staffel (welches mit Entrüstung quittiert wurde) kamen wir wieder bei unserem dritten Zuhause, dem Bambu Hostel in Davíd, an.
Gleiches Spiel wie am Tag zuvor: nach einem leckeren Buffet und einer Dusche fielen alle in die uns nun sehr luxuriös vorkommenden und in korrekter Anzahl vorhandenen Betten.
Buffet im Bambu Hostel © Lilly K.
Der heutige Morgen, Donnerstag der 5.2., begann planmäßig um 8 Uhr. Neben den Vorbereitungen zum Grenzübertritt nach Costa Rica sind wir nun Profis darin, uns den parallel aufkommenden kleineren side quests zu stellen: Geburtstagskuchen für Paul organisieren, mal eben noch Dollars zu wechseln oder abzuheben, Spanischgruppen für Longo Mai einzuteilen, Abikurswahlen per Anruf nach Deutschland zu fixen, eine vergessene Uber Rechnung zu zahlen oder diesen Blog zu schreiben.
Wer bis hierhin gelesen hat, soll wissen, dass all dies ohne die Duldsamkeit, das Verständnis und die Selbstständigkeit der Jugendlichen nicht so problemlos verlaufen wäre. Wir sind furchtbar stolz, dass sie die Unvorhersehbarkeiten dieser Reise so selbstverständlich angenommen und ihre gute Laune dabei keine Sekunde verloren haben – und wir somit unsere auch nicht! Die Situation hat uns gezeigt, dass wir uns aufeinander verlassen können. Der Start des großen Landaufenthaltes ist zwar nicht planmäßig verlaufen aber im Endeffekt ganz im Sinne des Projekts – Erlebnispädagogik pur.
Euer Pädi Blogteam
Lilly und Becci


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Grüße:
- Laura: Herzlichen Glückwunsch nachträglich Zora! Hoffentlich hattest du einen richtig schönen Tag mit Movie night und ganz viel Dancing Queen Stimmung. Ich vermisse dich soooo doll und freue mich schon darauf nachzufeiern. Fühl dich geburtstagsmäßig ganz fest gedrückt, ich hab dich lieb! Küsschen<3, Laura. Ganz liebe Grüße an Julia, ich bin gerade ganz reisereudig und vorfreue mich schon auf einen Besuch in der Therme mit dir. PS: Zora guck in meine Grüße,Mia:)
- Hannah: Liebe Grüße an Mama und Papa. Fühlt euch gedrückt, hab euch lieb! Liebe Inga, ich weiß du siehst dass nicht, aber alles alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Ich hoffe deine Reise ist mindestens genauso schön wie meine und ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen.
- Mia Di: Liebe Grüße an Paula und Johanna :)
- Mia De: Liebe Grüße an Daheim, Panama ist wunderbar und ihr auch, hab euch lieb! Liebe Zora, ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag, einen kunterbunten Konfettiregen, eine Torte, die zwar wahrscheinlich nicht an Lauras Kreationen herankommen wird,aber trotzdem gut ist und immer ein Lächeln wenn du eines brauchst! Freu mich schon auf eine gemeinsame Wilde Hühner- Nacht<3
- Letitia: Liebe Grüße an Mama, Papa, Yaron und Anaïs!! Wir sind jetzt 20 Stunden Bus gefahren und als wir an den Raststätten (die 1 zu 1 wie in Europa aussehen) gehalten haben, um uns mit Snacks einzudecken und auf die Toilette zu gehen, kam zum ersten Mal seit ich hier bin wahres Urlaubsfeeling auf. Ich liebe die Reisen mit euch und ich freue mich schon riesig auf den Sommer (der Bus ist dennoch sehr sehr viel gemütlicher und hat mehr Beinfreiheit als unser Auto) Ich liebe euch und freue mich aufs Backpacken durch Costa Rica<3
- Felix: Liebe Grüße an alle! Aber diesmal speziell an Nino. Die dreißig Stunden busfahrtwähren sehr viel lustiger gewesen mit dir!
- Laurids: Liebe Grüße nach Köln, mir geht es sehr gut. Liebe Grüße an Laurens genieß deinen Urlaub. Liebe Grüße an Imilda, wir vermissen dich.