3, März 2026 April, April, hier steht nichts still

Position: 26°09.67N · 072°05.02W
Zurückgelegte Seemeilen:  9753.4 Seemeilen
Ziel: Hamilton, Bermuda
Wetter: Windig aber noch warm                 
Stimmung an Bord: Müde

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Moin ihr Landratten,
der ersten April ist zuhause ja häufig von kleinen Scherzen und Sticheleien begleitet. Hier an Bord stellte sich das alles als etwas schwieriger heraus. Der Wille der Schüler, die Pädi‘s und Crew zu pranken, war groß, aber bei 5 bis 7 Metern Welle und den ganzen Sicherheitsregeln an Bord, muss einem erst einmal etwas einfallen. Ein paar von uns hatten jedoch genug Langeweile und Energie, um trotz der Umständen möglichst viel Chaos zu stiften.

Schon am Tag zuvor durchsuchten wir die diversen Lagerräume der Eendracht nach irgendwelchen lustigen Dingen. Man wundert sich so, womit wir, ohne es zu wissen, die letzten fünf Monate herumgesegelt sind: unter anderem ein aufblasbares Planschbecken, eine aufblasbare Ente und weitere Gummienten in allen Formen und Größen, dazu noch ein Dummy für Feuerwehrübungen. Mit diesen Materialien im Kopf wurde dann gebrainstormed, wie man möglichst viel Chaos anstellen kann.

Die mit Abstand dümmste Idee war es, den Crewtisch abzumontieren. „Aber manchmal muss man dumme Ideen einfach mal durchziehen.“ (Zitat Laurens, Pädi). Um kurz nach Mitternacht ging es dann ans Werk. Wir schraubten den Crewtisch aus seiner Verankerung und wollten den aufblasbaren Pool dorthin stellen, wo der Tisch mal stand und dann mit den Enten und Luftballons zu füllen. Luftballons fanden wir keine, dafür aber Kondome. Der Crewtisch wurde dann fachgerecht hinter der Theke versteckt, weil er zusammengebaut durch keine Tür passt, und der Pool aufgeblasen und mit Kondom-Ballons und Enten gefüllt.

Foto: Hier stand einmal der Crew Tisch © Leander

Hier stand einmal der Crewtisch © Leander

Beitragsbild: Der Tisch wird in der Nacht zum 1. April abgebaut

Der Tisch wird in der Nacht zum 1. April abgebaut © Leander

Während Matthias, Jonah und Hauke am Tisch werkelten, hat der Rest der Beteiligten die Messe auf so viele weitere Arten wie möglich „dekoriert“. Aus diversen Cabins wurden Schuhe geklaut und diese dann mit Klopapier und der kreativ bemalten Unterrichtstafel von der Decke gehangen. Die Fluchtwege lassen grüßen.

Einige der Jungs (Matthias, Ole und Leander) fanden dann auf der Bridge Buchstaben-Flaggen. Damit experimentierten wir ein bisschen herum, bis wir die optimale Konstellation gefunden hatten. Die Nautikbegeisterten unter euch können ja mal raten, was die Flaggen bedeuten.

Die dekorierte Messe

Die dekorierte Messe © Leander

Was bedeuten die Flaggen wohl?

Was bedeuten die Flaggen wohl? © Leander

Der ein oder andere, der sich eventuell noch im Halbschlaf nachts auf die Toilette gewagt hat, wurde dort freundlich von dem Feuerwehrdummi begrüßt und so mancher hat sich darüber auch ordentlich erschrocken. Die anderen Toiletten im zweiten Compartment wurden auch nicht außer Acht gelassen. Eine wurde zugesperrt und die andere durch Seife ordentlich zum Schäumen gebracht.

Der Dummi grüßt

Der Dummi grüßt © Leander

Um kurz nach eins hat wie von Geisterhand die Durchsageanlage gebimmelt. Alle wurden geweckt. Und es wurde erfolglos probiert, sie aus den Betten zu treiben. Irgendwann in der Nacht verschwand zudem auf unerklärliche Weise das Besteck. Die 4-8 Uhr morgens Watch musste dies dann unter Hochdruck wieder auftreiben, da sich die 8-12 Uhr Watch weigerte, ohne Frühstück auf Watch zu kommen, aber auch nicht einsah, ihr Frühstück mit den Händen zu essen.

Der zwar nicht allzu kreative, aber dafür umso bessere Prank der Schüler:innen war es, zwar zum Frühstück zu gehen, aber danach statt in den Unterricht wieder zurück ins Bett. Die leicht verwirrten Globales Lernen-Pädis Lilly und Becci zogen ca. 30 min nach Unterrichtsbeginn durch die Cabins. Und das mit Gesang, einer Klangschale und Tampons als Ohrringen, da an diesem Tag die Menstruation auf dem Plan stand. Dies hat bei den meisten gewirkt, wer jedoch hartnäckig blieb wurde später dann mit nassen Tampons beworfen.

Pünktlich um 12 Uhr mittags fing dann unser zweites Handover und damit der Ernst des Lebens an. Damit war dann der Großteil der Aprilscherze durch ordentlich Segelarbeit vorbei und zum Abend hin wurde dann noch der Tisch zurückgebaut und der Rest aufgeräumt. Jetzt wo wir mitten im Handover und zwischen diversen Klausuren stehen, bleibt, anders als am ersten April, nicht viel Zeit in solchen Schabernack zu stecken, aber wir machen uns das Leben trotz ordentlichen Seeganges schön. Wir freuen uns aber schon, auf Bermuda wieder im Hafen zu liegen.

Ganz liebe Grüße von dem Nordatlantik
Leander

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Grüße:

  • Laurids: Alles Gute nachträglich Devin zum Geburtstag. Trink ein Kölsch für mich mit.
  • Lilly F: Alles Gute noch nachträglich Marci!! Ich hoffe ihr habt/hattet viel Spaß beim Skifahren
  • Mia Di: Liebe Grüße an Mama. Ich denk jedes Mal, wenn ich ein auch oder noch aus einem Blog streiche, an dich. Ich hab dich lieb!
  • Mia De: Entschuldigung, dass ich jetzt erst wieder Grüße schreibe, die letzten Tage war ich (wegen Galley und so) zu spät dran. Erst einmal an meine Familie: Ihr wisst gar nicht , wie lieb ich euch habe und wie dankbar ich für eure Unterstützung bin. Das Handover verläuft übrigens ganz gut, heute hat es auch der Crew geschmeckt, wir hatten echt ein gutes Zeitmanagement und es gab pancakes zum Nachtisch. An Meggy (Lilly hat viel von dir erzählt, ich glaub du bist echt ne coole Socke) verspätete Geburtstagsgrüße! Auch alles Gute nachträglich an Martin und Julia. Am 31. gab es sogar Friedensgericht zu deinen Ehren ;) Und Julia, Laura erzählt so viel über dich (nur Gutes), ich glaub sie ist richtig stolz.
  • Paul: Ganz liebe Grüße an meine Familie, Oma und Opa und an meine Klasse!
  • Letitia: Liebe Oma, ich vermisse dich sehr und denke morgen ganz fest an dich! Alles Liebe und einen wunderschönen Geburtstag!! 
  • Hannah: Liebe Grüße an Mama, Papa, Oma, Oma, Leo, Mariko, Mathilda, Johanna, Lilla, Anna und Tom (die Zwillinge), Jette, Lisbeths Bruder, Paula, Livi, Chi und Mama Fischer (Lillys Mama).
  • Muri: hallöchen an alle zuhause! Handover lief ganz gut bis jetzt und macht echt Spass. Ich freu mich voll, auf Bermuda wieder mit euch zu telefonieren :) Mama: Ich freu mich SO auf das Essen zuhause, das kannst du dir nicht vorstellen (mittlerweile habe ich mir so ziemlich alles übergegessen). Hab euch ganz doll lieb und freu mich, euch bald wieder in die Arme zu nehmen!