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Ansegeln 2026 – Freude pur bei anspruchsvollen Bedingungen

Schule und Internat
07.05.2026

Wenn sich im April die Trailer mit den Booten auf den Weg vom Lietzer Bootsschuppen in Richtung Spiekerooger Hafen machen, schlagen die Herzen der Lietzer Segelfans höher. Denn dann startet nach einem langen Winter endlich wieder die Saison auf dem Wasser.

Die drei Beneteaus Mogli, Baghira und Shir Khan und unsere alte Dame Albatros wurden in den vergangenen Monaten von der Bootsbaugilde in vielen Arbeitsstunden liebevoll repariert, entrostet, gestrichen und in ihrer Ausstattung komplettiert, bevor sie ihrem natürlichen Element übergeben wurden. An den Fingerstegen sanft hin- und herwiegend, warteten sie dann auf ihren ersten großen Einsatz – das offizielle Ansegeln am 6. Mai.

Dass die Bedingungen bei einem strammen Wind aus Nord-Nordost herausfordernd werden würden, merkten die Lietzer bereits bei den Vorbereitungen am Steg. Da gerieten nicht nur Frisuren durcheinander, sondern auch Persennings wirbelten durch die Luft und Segel gebärdeten sich wild beim Aufheißen.

All das steigerte jedoch nur die Vorfreude darauf, was sie an diesem Nachmittag auf dem windzerzausten Wattenmeer erwarten würde. Sie brannten darauf, ihre Seebeine endlich wieder zu gebrauchen und all das im vergangenen Jahr Erlernte wieder aus den Tiefen der Schubladen in ihren Köpfen hervorzuholen.

Auf dem schuleigenen Plattbodenschiff Tuitje herrschte kurz vor dem Ablegen höchste Konzentration bei Skipperin Swaantje Fock und ihrer Crew. Der Wind drückte das Boot gegen den Steg, und für ein erfolgreiches Ablegemanöver musste jeder Handgriff sitzen. Ruhig und fokussiert erfüllten die jungen Seeleute ihre Aufgaben, so dass Tuitje elegant vom Steg in Richtung Hafenbecken glitt.

Für Neu-Lietzer Emil – jüngstes Crewmitglied und zum ersten Mal an Bord – war bereits das Ablegen ein ausgewachsenes Abenteuer. Der aufgeweckte Blondschopf war dann auch ganz vorn dabei, als es hieß: „Klar zum Setzen von Großsegel und Fock!“. Mit der Kraft des Windes fuhren Tuitje und all die anderen Boote der Lietz-Flotte hinaus aufs Wattenmeer zwischen Spiekeroog und Neuharlingersiel. Gut festhalten war angesagt auf diesem fahrbaren Untersatz, der sich auf den Wellen schon einmal ziemlich ruckartig unter den Füßen bewegen konnte. Die kühle Gischtdusche für die, die es sich auf dem Vordeck gemütlich gemacht hatten, ließ auch nicht lange auf sich warten.

Fasziniert beobachteten Emil und die übrige Crew die wendigen Manöver der anderen Boote, die Tuitjes Kurs von Zeit zu Zeit kreuzten. Der Wind trug in diesen Momenten übermütige Jauchzer und Ausrufe purer Lebensfreude zu ihnen herüber. Für die Beneteaus herrschten an diesem Mittwoch die absoluten Wohlfühlbedingungen. Für die Crews waren Revierkenntnis, Geschick, überlegtes Handeln und die Gewissheit, sich jederzeit aufeinander verlassen zu können, wichtige Reisebegleiter.

Voller Euphorie nach einem absolut gelungenen Saisonstart kehrten am später Nachmittag alle Boote in den Hafen zurück. Als Tuitje wieder sicher vertäut war, setzte Emil in fröhlicher Zufriedenheit seine Füße auf den schwankenden Steg. Sein erstes Segelabenteuer mit Tuitje hat ihn begeistert, und sein Entschluss, bald wieder an Bord zu gehen, steht fest.