Neu an der Lietz: Lehrerin Dorothea Schubert
Sie liebt die Musik und das Meer – diese beiden Leidenschaften kann Dorothea Schubert nun am Inselinternat miteinander verbinden. Seit Februar unterrichtet sie nicht nur Musik und Deutsch, sondern leitet auch die Orchester-AG. Nach den ersten ereignisreichen Wochen auf Spiekeroog hat sie schon viele spannende Eindrücke gewonnen.
Von wo hat Dich Dein Weg hierher zu uns auf die Insel geführt?
Meine letzte Festlandstation vor der Insel war Stuttgart, wo ich im Rahmen meines Referendariats an einem Gymnasium gearbeitet habe. Ich lege aber Wert darauf, zu betonen, dass ich ursprünglich über einen norddeutschen Migrationshintergrund verfüge, denn ich bin als Kind von Hamburg in die karnevalsverrückte Eifel umgezogen (worden) und von dort zum Studium ins Land der Maultaschen und Spätzle ausgewandert.
Dieser Abwärtstrend - und das meine ich natürlich rein geografisch - musste jetzt endlich mal wieder kompensiert werden!
Was war Deine Motivation Lehrerin zu werden?
Der Beruf ermöglicht mir, viele meiner Interessensgebiete miteinander zu kombinieren. Dazu zählen der Umgang mit Heranwachsenden, eine ausgeprägte Freude am Lernen und die vielen Schnittmengen meiner Fächer, denn es gibt so viel Musik in der Sprache und so viel Sprache in der Musik zu entdecken!
Die Lietz als Internat auf einer kleinen Nordseeinsel ist ein nicht ganz so gewöhnlicher Arbeits- und Lebensort. Was hat Dich dazu bewogen, die Herausforderung „Lietz" anzunehmen und was hast Du davor gemacht?
Als erfahrene Nordseeinselurlauberin habe ich schon häufiger darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, auf einer Insel zu leben. Zu Beginn meines Studiums habe ich auch mal kurz überlegt, für mein Schulpraxissemester auf eine Hallig zu gehen. Auf eine Insel zu ziehen, stellte also keine große Überwindung dar. Mein neuer Arbeitsplatz hat aber nicht nur landschaftliche Vorzüge. Überzeugt hat mich in erster Linie das pädagogische Gesamtkonzept, das einem beim Unterrichten mehr Freiräume sowie einen engeren Draht zu den Schülerinnen und Schülern ermöglicht. Während meines Referendariats habe ich häufig bedauert, die Kinder und Jugendlichen in meinen Klassen kaum zu kennen.
Wie waren Deine ersten Wochen im Internat? Welche Eindrücke hast du gewonnen?
Zu Beginn bin ich abends vor lauter neuer Eindrücke immer völlig erschöpft ins Bett geplumpst. Inzwischen bin ich schon mit vielen Abläufen vertraut und zuversichtlich, dass sich in einigen Fällen bald auch eine Routine einstellen wird. A propos Routine: Mir gefallen die routinierten Abläufe, die den Alltag strukturieren, z.B. die täglichen Pausenkonferenzen, in denen man immer auf den neuesten Stand gebracht wird, aber auch kleinere Rituale wie der gemeinsame Beginn beim Essen und die „Absagen“ nach den Mahlzeiten, bei denen der ganze Speisesaal wie von Zauberhand still wird und anschließend alles ratzfatz weggeräumt wird. Am besten aber ist, dass wir in unserer Wohnung immer wieder Besuch von Heidis Katze bekommen, uns jedoch nicht ums Katzenklo kümmern müssen.
Hast Du schon einen Lieblingsplatz auf der Insel gefunden?
Ja, aber ich schätze ihn aufgrund seiner Ruhe. Ihn hier zu verraten, wäre also strategisch unklug.