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Neu an der Lietz: Lehrer Carlo Jordan

Schule und Internat
23.02.2026

Carlo Jordan unterrichtet seit diesem Schuljahr Deutsch, Geschichte und Gesellschaftswissenschaften an der Lietz. Zudem leitet er die Theater-AG. Den Bielefelder lockte die frische Meeresluft nach Spiekeroog, und auch die Herausforderung "Lietz" wollte er annehmen. In unserem kleinen Interview hat er uns mehr über sich und seine Erfahrungen am Inselinternat erzählt.

Von wo hat Dich dein Weg hierher zu uns auf die Insel geführt?

Ich komme aus Bielefeld – und ja, ich kann bestätigen: Die Stadt existiert wirklich! Nachdem ich 28 Jahre in Ostwestfalen verbracht habe, war es Zeit für ein komplettes Kontrastprogramm. Auch wenn ich aus einem ruhigen Vorort stamme, bietet das Leben hier auf der Insel ein völlig neues Lebensgefühl: Statt Berufsverkehr höre ich jetzt das Meeresrauschen. Diese Beschaulichkeit ist genau die Abwechslung, die ich gesucht habe.

Was war Deine Motivation Lehrer zu werden?

Den Wunsch, Lehrer zu werden, hatte ich schon sehr früh gefasst, und der Gedanke hat mich während meiner Schullaufbahn immer begleitet. Es zeigte sich mehr und mehr, dass sich alle meine Interessen im Lehrerberuf zusammenfassen lassen – von meiner Begeisterung für den Zirkus und das Theater bis hin zur Leidenschaft für meine Fachbereiche. So konnte ich mein Hobby zum Beruf machen und hoffe nun, diese Begeisterung auch auf meine Schülerinnen und Schüler übertragen zu können. Es ist einfach schön zu sehen, wenn man einen positiven Einfluss auf junge Menschen haben und diese ein Stück weit begleiten kann.

Die Lietz als Internat auf einer kleinen Nordseeinsel ist ein nicht ganz so gewöhnlicher Arbeits- und Lebensort. Was hat Dich dazu bewogen, die Herausforderung „Lietz" anzunehmen und was hast Du davor gemacht?

Der Gedanke, einmal auf einer Insel als Lehrer tätig zu sein, schwang schon lange in meinem Hinterkopf mit. Umso schöner ist es, dass dieser Traum letztlich in Erfüllung gegangen ist. Während meines Studiums der Fächer Deutsch und Geschichte habe ich parallel noch Biologie und Sozialwissenschaften belegt und bin aktuell dabei, diese Fächer zum Abschluss zu bringen. Im Anschluss an mein Studium habe ich mein Referendariat in Bünde absolviert, bevor es mich direkt nach Spiekeroog verschlagen hat.

Ich genieße es sehr, in den kleineren Lerngruppen zu arbeiten und hier tatsächlich nicht nur den Vormittag mit den Schülern zu verbringen, sondern sie ganzheitlich in ihrer Entwicklung zu begleiten. Man lernt die Kinder hier viel besser kennen, als es an meiner früheren Schule im Referendariat der Fall war, da man hier nicht nur zusammen lernt, sondern auch zusammen lebt. So kann man ihnen viel mehr mitgeben und deutlich intensiver arbeiten, als wenn man sie teilweise nur einmal pro Woche im Unterricht sieht.

Wie waren Deine ersten Wochen im Internat? Welche Eindrücke hast du gewonnen?

Die ersten Wochen im Internat waren extrem intensiv, da sowohl das Internats- als auch das Inselleben für mich komplett neu waren. Da ich zudem direkt aus dem Referendariat kam, musste ich mich erst einmal an all die neuen Abläufe gewöhnen. Ich habe mich jedoch sehr schnell eingefunden, was vor allem daran liegt, dass ich hier so positiv aufgenommen wurde.

Hast Du schon einen Lieblingsplatz auf der Insel gefunden?

Ich liebe die Vielfalt der Insel. In kurzen Pausen genieße ich den weiten Blick vom Vogelpavillon über die Ostplate, aber natürlich schätze ich auch den Gang zum Strand oder die Spaziergänge durch die Dünen sehr – vor allem, wenn es auf der Insel etwas ruhiger ist und man ganz für sich spazieren gehen kann.