Lietzer Team CURIOSITUM holt 1. Platz im Regionalwettbewerb der World Robot Olympiad
Nach seinem Sieg beim DECHEMAX-Wettbewerb im vergangenen Jahr konnte sich das Lietzer Naturwissenschaftler-Team CURIOSITUM Anfang Mai über einen weiteren Erfolg freuen. Mit seinem Beitrag zur 15. World Robot Olympiad, dem internationalen Roboterwettbewerb für Kinder und junge Menschen zwischen 8 und 22 Jahren, überzeugte es beim Regionalwettbewerb in Brake in der Kategorie „Future Innovators“ zwei Jurys, holte sich den 1. Platz und löste damit sein Ticket für den Deutschlandwettbewerb Ende Juni in Trier.
Als eines von über tausend Teams hatten sich Karsten (Klasse 11) und Lucas (Klasse 9) im November vergangenen Jahres angemeldet. Unter dem Motto „Robots meet culture“ sollten die Teilnehmenden kreative Lösungen entwickeln, um mit Robotik Kunst und Kultur zu gestalten, zu schützen und zu fördern. Nach intensivem Überlegen und Abwägen verschiedener Möglichkeiten entschieden sich Karsten und Lucas dafür, einen 3D-Scan-Roboter zu entwickeln und zu bauen, sowie die dafür benötigte Software zu programmieren. Betreut wurden sie von ihrem Lehrer Sebastian Bongarz, der gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Kugel auch die MINT-AG des Inselinternats leitet.
Der handliche Roboter soll es Museen und anderen Ausstellungsinstitutionen erlauben, Objekte in einem vollautomatisierten Prozess als digitales, dreidimensionales Replikat einschließlich einer Beschreibung in einer Online-Datenbank zu sichern. Während dieses Prozesses werden außerdem QR-Codes generiert, die z. B. von Besuchern über eine eigens programmierte App gescannt werden können. So können sie sich bei einem Ausstellungsbesuch besondere Objekte mitsamt allen zugehörigen Informationen einfach in ihre digitale „Erinnerungsbox“ legen und sie später immer wieder anschauen.
Der Roboter ermöglicht es auch, Objekte die nicht ausgestellt werden können – weil nicht genügend Platz vorhanden ist oder sie sich gerade in der Restauration befinden – durch die Digitalisierung dennoch dem Publikum zugänglich zu machen und zudem dadurch ein digitales Archiv aufzubauen. Dabei sorgt das Betrachten der Objekte im dreidimensionalen Raum für ein lebendiges und interaktives Erleben und ein nachhaltigeres Erinnern.
Nachdem sie ihre Maschine mit allen Funktionen in der Theorie durchgeplant hatten, ging es für Karsten und Lucas an die Umsetzung. Spezielle Teile, wie Zahnräder, Zahnkränze und die Platte, auf der später das zu scannende Objekt platziert wird, gestalteten sie zunächst mit Hilfe eines CAD-Programms. Aus den Daten entstanden anschließend im 3D-Drucker die fertigen Bauteile. Nicht nur während der wöchentlich stattfindenden MINT-AG, sondern auch darüber hinaus, setzten die beiden Robotics-Fans ihre Maschine in geduldiger Kleinarbeit zusammen.
Da ohne konkrete Anweisungen auch die beste Maschine nicht arbeitet, ging es nun daran, diese korrekt zu programmieren. Während einiges gleich von Beginn an reibungslos funktionierte, musste anderes noch einmal nachgebessert werden.
Am Ende stand schließlich ihr Scan-Roboter, der die am zentralen Zahnkranz befestigte Kamera über batteriebetriebene Motoren sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen bewegen kann. Aus den Fotos, die die Kamera von einem im Zentrum des Scanners platzierten Objekt macht, wird anschließend im Computer ein 3D-Modell erstellt, das von allen Seiten betrachtet werden kann. Auch dafür war noch einmal Programmieren angesagt. Karsten und Lucas entwickelten sowohl eine Desktop-App für die Nutzung durch die Ausstellungsstätten als auch eine mobile App, die sich Museumsbesucher herunterladen können.
Zum Schluss entwickelte das Team noch einen Business-Plan für sein Modell, analysierte Ressourcen, Produktionskosten, mögliche Partner und Absatzmärkte.
Den Roboter sicher verpackt, Projekt-Dokumentation und Poster im Gepäck, die Präsentation und mögliche Fragen der Jury im Kopf machte sich Team CURIOSITUM mit Lehrer Sebastian Bongarz dann schließlich am 8. Mai auf den Weg zum Gymnasium Brake zum Regionalwettbewerb. Insgesamt vier Teams waren an diesem Tag im Rennen ums Weiterkommen.
Mit voller Konzentration bauten Karsten und Lucas ihren Stand und den Roboter auf. Nun kam es darauf an, dass alles klappte. Aufgeregt aber auch voller Vorfreude erwarteten sie die Ankunft der Jurys. Und dann kam ihr großer Auftritt! Souverän präsentierten die Lietzer ihr Projekt, der Roboter funktionierte zuverlässig und auch auf die Fragen der Jurymitglieder hatten sie die passenden Antworten parat.
Wohlverdient und unter großem Applaus wurden sie am Ende zum Siegerteam des Wettbewerbs gekürt. Nun gilt es, im Deutschlandfinale in Trier gegen die anderen Regionalsieger anzutreten. Bis dahin können Karsten und Lucas noch die letzten Kleinigkeiten an ihrem Roboter perfektionieren und mit ganz viel Selbstbewusstsein ins Rennen gehen. Auf die Sieger von Trier warten dann noch das Europafinale und Kroatien und das Weltfinale in Puerto Rico.