Lietz offiziell als ERASMUS+-Schule akkreditiert
Die Internatsgemeinschaft freut sich über die Akkreditierung ihrer Schule als ERASMUS+-Schule. Lehrerin Dorothea Schubert hatte im vergangenen Schuljahr einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht.
ERASMUS+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Die Akkreditierung ist ein Qualitätsnachweis der Europäischen Union ermöglicht der Schule eine langfristige und verlässliche Teilnahme an europäischen Bildungsprojekten.
„Das ist eine großartige Gelegenheit sowohl für unsere Schüler als auch für das Kollegium, Erfahrungen im europäischen Ausland zu sammeln, den eigenen Horizont zu erweitern und neue Netzwerke zu knüpfen“, zeigt sich Dorothea Schubert zufrieden mit dem positiven Ergebnis des Antrags.
Ab sofort können sich Schüler für Auslandsaufenthalte unterschiedlicher Länge bewerben. Das können z.B. zweiwöchige Praktika ebenso sein wie Besuche einer Schule in einem anderen Land von bis zu einem Jahr.
Für die Lehrkräfte eröffnen sich damit Perspektiven für Fortbildungen, Hospitationen oder das Unterrichten an Partnerschulen. Erste Kontakte zu potentiellen Partnerschulen auf der Île de Ré in Frankreich sowie im norwegischen Kristiansand hat Dorothea Schubert schon geknüpft. Auch Lehrkräfte aus anderen europäischen Schulen sind am Inselinternat herzlich willkommen.
Alle Austausche, auch Mobilitäten genannt, sollen dabei mit den im Akkreditierungsantrag formulierten Zielen im Einklang stehen, welche zu den ERASMUS-Qualitätsstandards "Inklusion und Vielfalt", "Ökologische Nachhaltigkeit und Verantwortung", "Digitaler Wandel" sowie "Teilhabe am demokratischen Leben" passen:
1. Werteorientierung durch Etablierung eines internationalen Partnernetzwerks durch Mobilitäten und E-Twinning-Projekte: Um unseren Schülern eine wertebasierte Orientierung in einer komplexen Welt zu ermöglichen, streben wir den gezielten Ausbau internationaler Partnerschaften an. Ein zentrales Ziel der Erasmus-Aktivitäten ist daher der Aufbau eines tragfähigen Netzwerks aus europäischen Partnerschulen, mit denen ein regelmäßiger Austausch stattfinden kann. Durch Mobilitäten und E-Twinning-Projekte sollen unsere Schüler physisch bzw. digital mit Gleichaltrigen in anderen Ländern in den Dialog treten, unterschiedliche Sichtweisen auf globale, gesellschaftlich relevante Themen kennenlernen und gemeinsam an Projekten arbeiten, die Werte wie Toleranz, Nachhaltigkeit und Demokratie stärken.
2. Neue Impulse für außercurriculares Lernen: Als reformpädagogische Schule verstehen wir Lernen nicht nur im Sinne curricularer Vorgaben, sondern als ganzheitliche Lebenshaltung. Neben dem Fachunterricht spielt daher der außercurriculare Bereich (bei uns "Gilden und AGs" genannt) eine zentrale Rolle für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schüler. Um diesen gleichwertigen Lernbereich weiterzuentwickeln, möchten wir gezielt internationale Impulse einholen. Besonders interessieren uns dabei Projekte, die handwerkliche und kreative Kompetenzen und Teamarbeit fördern, da wir diese Fähigkeiten als essenziell erachten.
3. Stärkung des Profils als umweltbewusste Einrichtung: Als zertifizierte Biosphärenschule im Wattenmeer ist ökologisches Denken für uns keine Option, sondern Grundhaltung. Dieses Selbstverständnis prägt unser Schulleben – von der Stromversorgung durch ein eigenes Windrad über die Versorgung mit Lebensmitteln aus eigener Produktion bis hin zum Wohnen in Tiny Houses. Durch ERASMUS-Mobilitäten wollen wir diesen Weg weitergehen und im Austausch mit internationalen Partnerschulen neue Perspektiven und Ansätze im Bereich ökologischer Bildung kennenlernen. Besonders interessieren uns nachhaltige Schulkonzepte, innovative Umweltbildungsprojekte und Formen naturnahen Lernens in anderen Ländern sowie umweltfreundliche Reisemöglichkeiten. Unsere Schüler sollen erleben, wie Umweltschutz global gedacht und lokal umgesetzt wird.
4. Verbesserung von Fremdsprachenkompetenzen: Wir sehen die Förderung von Fremdsprachen als Schlüssel zu Weltoffenheit, kultureller Verständigung und demokratischer Teilhabe. In Zeiten zunehmender nationaler Abschottung möchten wir gezielt dazu beitragen, dass unsere Schüler und Lehrkräfte sprachlich in der Lage sind, internationale Kontakte zu knüpfen und kulturelle Brücken zu bauen. Fremdsprachenkenntnisse sollen nicht nur im Unterricht gestärkt werden, sondern auch durch gelebte Sprachpraxis in ERASMUS-Mobilitäten.
5. Souveräner Umgang mit KI im Unterricht und dem allgemeinen Schul-/Internatsbetrieb: Angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz möchten wir sowohl unsere Schüler als auch das Kollegium zu einem verantwortungsvollen, reflektierten und kreativen Umgang mit KI befähigen. Unser Ziel ist es, KI im Unterricht und im Schulalltag nicht nur technisch korrekt zu integrieren, sondern vor allem kritisch zu hinterfragen: Wo unterstützt KI sinnhaftes Lernen? Wo kann sie kollaborative oder kreative Prozesse bereichern? Wo stößt sie an ihre Grenzen, und wie können Schüler lernen, diese Grenzen zu erkennen?
Insbesondere gefördert werden zum Beispiel das nachhaltige Reisen sowie – durch eine umfangreiche Inklusionsunterstützung – Mobilitäten benachteiligter Schüler.