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„Blaue Kogge“ ging wieder auf die Reise

Schule und Internat
31.01.2023

Während in diesen letzten Januartagen Hotels, Restaurants und Geschäfte auf Spiekeroog mitten im Winterschlaf sind, wurde es in der Kogge, dem insularen Haus des Gastes, endlich wieder musikalisch. Denn nun ist Peter Dahm, seines Zeichens Musiker, Komponist und Arrangeur aus Bremen, vor Ort, um gemeinsam mit musikbegeisterten Insulaner*innen sowie Schüler*innen und Lehrkräften der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog für die „Blaue Kogge“ zu proben. Der Workshop, an dessen Ende ein Konzert vor großem Publikum steht, hat mittlerweile Tradition auf der Insel. Organisiert und gefördert wird er von der Kulturstiftung Spiekeroog sowie der Nordseebad Spiekeroog GmbH.

In diesem Jahr konnte die Hermann Lietz-Schule neben ihrem musikalischen Engagement auch einen Beitrag zur Finanzierung leisten. Schulleiter Florian Fock hatte eine Mittelbewilligung des von der Bundesregierung unterstützten Programms IMPULS beantragt und die Zusage dafür bekommen. IMPULS fördert Organisationsformen der Amateurmusik in ländlichen Räumen.

An die Anfänge der musikalischen Partnerschaft mit Peter Dahm erinnert sich Florian Fock immer noch gern zurück: „Vor 10 Jahren begann unsere gemeinsame Arbeit mit regelmäßigen Musikworkshops am Inselinternat. Peter erarbeitete Stücke mit unserer Orchester-AG, die dann am Elternwochenende im Herbst, wenn die Familien unserer Schüler*innen zu Besuch kommen, aufgeführt wurden.“ Im Laufe der Zeit entstand die Idee, das Projekt zusammen mit interessierten Insulaner*innen in einem größeren Rahmen zu organisieren.

Eine ganze Woche lang probten die Teilnehmenden dann auch in diesem Jahr wieder, je nach Stück mal in kleinerer Besetzung, mal mit dem ganzen Orchester. Von Streichern über Blech- und Holzbläser, Percussion, Gitarre bis hin zum Klavier waren alle Instrumentengruppen vertreten. Auch Gesang durfte nicht fehlen. Diesen übernahmen das Inselchörchen sowie verschiedene Solistinnen.

Die Freude am gemeinsamen Musizieren war allen Beteiligten deutlich anzumerken. Konzentriert erarbeiteten sie unter Leitung Peter Dahms ein vielfältiges Programm, dessen Stücke sie im Vorfeld zum großen Teil selbst ausgewählt hatten. Für den Bremer Musiker hat jeder Workshop ein bisschen was von einer Wundertüte. Es ist in seinen Augen Herausforderung und großes Glück zugleich. Am Ende weiß er erst zur ersten Probe, wer mit welchem Instrument wirklich dabei ist. Viele der Hobbymusiker*innen kennt er bereits, aber vor allem bei den Schüler*innen der Lietz trifft er immer wieder auf neue Gesichter und neue musikalische Hintergründe. So wird also während der Proben auch schon einmal umarrangiert, improvisiert, erhalten Stücke manchmal sogar einen völlig neuen Charakter. „Die Teilnehmenden lernen vielleicht etwas von mir, aber ich lerne so viel mehr von ihnen“, sagt Peter Dahm. „Die Musik, die sie einbringen und vor allem, wie sie sich als Menschen einbringen, ist immer wieder beindruckend und bereichernd.“

Während der Proben wurde Florian Fock immer wieder vom Streicher zum Blechbläser. Er spielt nicht nur Cello, sondern auch Posaune. Dem gemeinsamen Musizieren gehört seine Leidenschaft, und die gibt er auch an die Schüler*innen aus der Lietzer Orchester-AG weiter, die er seit Jahren leitet. Für sie ist die Teilnahme an der „Blauen Kogge“ Herausforderung und großes Highlight zugleich. „Wir alle haben eine eigene Geschichte mit unserem Instrument. Wie sich am Ende aus all diesen Individuen eine harmonische Klanggemeinschaft entwickelt, ist ein wunderbares Erlebnis“, sind sie sich einig.

Höhepunkt für alle Workshopteilnehmenden war dann schließlich am vergangenen Samstag das große Abschlusskonzert im ausverkauften Saal der Kogge. Vor ca. 170 Gästen präsentierten Orchester, Chörchen und Solistinnen ihr abwechslungsreiches Programm, welches auch den besonderen Charakter Spiekeroogs und seiner Bewohner*innen auf beeindruckende Weise widerspiegelt. Es reichte von Bläser-Arrangements bekannter Filmmusik über afrikanische Lieder und Chorarrangements deutscher Volkslieder bis hin zu eigenen, auf der Insel entstandenen Songs und deutschen Popsongs. Tosender Applaus und Standing Ovations waren schließlich die schönste Belohnung für einen gelungenen Abend.