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06.06. | KÖLN

24. November 2023 Dankbarkeit

Datum:  24.11.2023
Position: 14°38.29'N, 33°42.24'W
Kurs: 305°
Bisher zurückgelegte Seemeilen: 4362,09 nm
Wetter: strahlender Sonnenschein · 28,9°C · Wind: NO 3
Gesetzte Segel: flying jib, course, lower topsail, upper topsail, top gallant, mizzen, mainsail
Geschwindigkeit: 6,8 Knoten
Stimmung an Bord: gut gelaunt, wir genießen das Segeln
Anzahl Seekranke: zurzeit tatsächlich niemand (!)

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Elisa auf Porto Santo

Elisa auf Porto Santo © Hanna


Hallo Ihr lieben Zuhausegebliebenen,
während Ihr gerade vielleicht den Weihnachtsmarkt besucht oder bei kaltem Wetter auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder euren Hobbies seid, meistern wir - begleitet von strahlendem Sonnenschein, fliegenden Fischen und ab und zu auch Walen und Delfinen - den Anfang unserer ersten großen Atlantiküberquerung. In den inzwischen etwa 7 (!) Wochen, die wir bereits zusammen verbringen, haben wir schon so vieles erlebt und gelernt, uns weiterentwickelt und uns Gedanken über Themen gemacht, denen wir vorher vielleicht noch nicht eine derartige Bedeutung zugemessen haben.

Mir persönlich wird beispielsweise immer bewusster, aus wie vielen Gründen wir sowohl aktuell als auch in unserem „Leben zuhause“ unglaublich dankbar sein können. Durch die Gegebenheiten, unter denen wir zurzeit wohnen, und die Einschränkungen im Vergleich zu unserem gewohnten Leben, wissen viele von uns mehr wertzuschätzen, welchen Luxus wir in diesem eigentlich genießen können. Nimmt man als ein Beispiel die Badezimmersituation: Neben den vier Toiletten, die sich alle teilen, stehen uns jeweils ein kleines Bad mit Toilette, zwei Duschen (die vorgegebene Duschzeit beträgt übrigens eine Minute) und zwei Waschbecken für Mädchen und Jungen zur Verfügung. Bei 44 Schüler*innen kann man sich vorstellen, wie voll und eng diese werden können – und wenn dann noch Heeling dazu kommt …

Der wenige Platz war insgesamt für uns erst einmal eine Umstellung. Schließlich leben wir mit vielen Leuten auf nicht so viel Raum zusammen und sind in dauerhaftem Kontakt zueinander. Möchte man hier einen Moment für sich haben, sind da insbesondere unsere Kojen oder aber jeweils zwei „Silent Benches“ auf den Breezeways, während man zuhause sein eigenes Zimmer als Rückzugsort hat und sich auch außerhalb überall hinbewegen kann, ohne sich einschränken zu müssen.

Ein für die meisten sehr wichtiger Aspekt ist außerdem das Essen. Sowohl in der Zeit von Bremerhaven nach Porto Santo, in der wir noch nicht so viele eigene Vorräte an Snacks dabeihatten als auch jetzt, wo wir für die Atlantiküberquerung besonders gut aufgefüllte (und dennoch schnell zur Neige gehenden) Proviantbeutel haben, weiß man es immer mehr zu schätzen, dass man sich zuhause selbst aussuchen kann, wann man wovon wie viel essen möchte. Wir konnten jederzeit einfach in den Supermarkt gehen, um uns alles Beliebige zu kaufen (vor allem auch frisches Essen), während wir hier einen begrenzten Vorrat an Lebensmitteln haben, mit dem wir sparsam umgehen müssen.

Was meiner Meinung nach aber ein noch relevanterer Punkt ist: Wir können wirklich dankbar dafür sein, in Sicherheit zu leben und keine Angst haben zu brauchen, dass wir diese so schnell verlieren. Insgesamt kommen wir überall problemlos hin, haben Zugang zu einer gut funktionierenden Strom- und Wasserversorgung, können lernen und uns vielseitig weiterbilden usw. Kurz: Wir sind unglaublich privilegiert.

Bei unseren bisherigen Landaufenthalten wurde uns noch einmal deutlicher, dass viele Menschen nicht diese Privilegien haben, ein solches Leben zu führen und sich sehr viel mehr Gedanken und Sorgen um unsere „Selbstverständlichkeiten“ machen müssen.

Doch nicht nur über das Leben von Menschen in unseren Reiseländern haben wir gesprochen. Ein Thema, das uns ebenfalls viel Gesprächsstoff gegeben hat, ist die Flüchtlingssituation auf der Welt. Gerade nachdem wir geglaubt haben, ein leeres Flüchtlingsboot gesichtet zu haben (mehr dazu in Noras Blogbeitrag), hat dieses Thema viele Personen an Bord beschäftigt. Einerseits wollen wir unbedingt etwas tun können, um den betroffenen Menschen zu helfen, andererseits sind wir umso dankbarer dafür, dass es uns selbst so gut geht.

Die Gulden Leeuw vom Bugsprit

Unser ebenso enges wie privilegiertes Zuhause © Peggy

Peggy, Moritz, Kristina und Elisa lächeln für ein Selfie

noch Kapverden: Peggy, Moritz, Kristina und Elisa lächeln für ein Selfie © Peggy
Beitragsbild oben: Kilian, Laurin und Amelie Aloft © Peggy

Die Gulden Leeuw vor Santa Antão © Hanna

Wofür ich persönlich zurzeit besonders dankbar bin, ist es, mit all den tollen Menschen hier an Bord diese große Reise erleben zu dürfen. Ein großer Teil steht uns noch bevor und dennoch liegen bereits so viele Abenteuer, neue Erfahrungen und berührende Begegnungen hinter uns, die uns lange begleiten werden und aus denen wir vor allem gelernt haben: Gelernt über uns selbst. Gelernt übereinander. Gelernt über andere Kulturen. Gelernt über Konflikte, die gerade auf der Welt herrschen und darüber, was wir vielleicht selbst tun können, um zumindest einen kleinen Beitrag dagegen zu leisten. Aber auch gelernt über das Segeln, den Lebensraum Meer, die Koordination des Lebens so vieler Menschen auf engem Raum und eine Menge mehr. Und für all das bin ich dankbar. Für die tollen Gespräche mit Locals oder auch Personen hier an Bord, für die unzähligen schönen Momente auf Porto Santo, Teneriffa und den Kap Verden, aber ebenso auf See, für all das, was ich nie so erleben würde, wenn ich nicht hier sein dürfte. Also einen besonderen Dank an meine Familie, die mir diese besondere Zeit ermöglicht und ohne die ich all diese Erfahrungen sonst nie machen würde!

Doch ich bin überzeugt, dass die Aspekte, die ich jetzt genannt habe und die auch nur einen Ausschnitt darstellen, noch längst nicht alle waren. Denn der Großteil der Reise liegt ja noch vor uns und vieles, was passiert und was wir lernen werden, können wir uns jetzt vermutlich noch gar nicht richtig vorstellen.

In diesem Sinne viele Grüße vom Atlantik,
Elisa (für die Landratten Lara)

Grüße:

  • Elisa (für die Landratten Lara): Viele liebe Grüße an meine Familie! Wir spielen jetzt ein Mörderspiel an Bord, was dazu geführt hat, dass niemand mehr irgendetwas von jemandem annimmt, da das dazu führen könnte, dass man stirbt… Ich lebe noch! Ansonsten geht es mir ebenfalls echt gut! Wir haben jetzt auch Sport- und Yogaangebote an Bord. Mein restlicher Tag besteht aus Watch, Sailorship, Mittagessen, Happy Hour, Unterricht, Mustering, Abendessen und schließlich Freizeit. Fahrt mal für mich auf dem Weihnachtsmarkt Karussell und esst Schmalzgebäck!
    Viele liebe Grüße außerdem an Lisa – ich vermisse dich und denke ganz dolle an dich! Dich auch, Elsa! Ich hoffe, du hattest eine tolle Orchesterfahrt! Ich habe hier an Bord jetzt auch schon einmal Flöte gespielt (Weihnachtslieder:)). Ansonsten grüße ich Tom, Hannah, Torsten, Wojtek, Bartek, Sylke, Helene, Melanie und Friederike!
  • Svenja: Mama und Papa, ich kann nicht sagen, wie unglaublich dankbar ich bin. Ohne euch wäre diese Reise für mich nicht möglich gewesen und ohne das Wissen, dass ihr immer an mich denkt und immer bei mir seid, könnte ich hier nicht so viel mitnehmen. Danke für eure Unterstützung, welche ich schon mein ganzes Leben erfahren durfte.
  • Anna-Lena: Grüße an mein Lieblingskind Caro. Ich vermisse dich. Und natürlich Grüße an meine Mama und meinen Papa. Ich habe euch lieb!!
  • Helena: Grüße an die Stallgemeinschaft und an die Pferde. Kann bitte irgendwer Genti, Conti und Freiku ein Leckerli von mir geben?
  • Leopold: Heute grüße ich Pater Emmeran und mein Klasse. Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und ihr mich nicht zu sehr vermisst! Die Schule hier ist nicht ganz so hart wie zuhause, dafür schwankt es sehr oft ... haha.
  • Jonas: Beste Grüße an alle, die mitlesen. Mir geht’s super! Grüße vom Meer in kurzer Hose und T-Shirt!
  • Mia: Allerliebste Grüße an meine Familie. Danke für alles, was ihr für mich tut! Hab euch lieb! Mir geht’s super und wir spielen jetzt ein cooles Spiel über mehrere Tage/Wochen :)
  • Laurin: Alles Gute zum 16. an Lino, hab nen schönen Tag. Und sonst liebe Grüße an Opa und Evi, hab euch lieb.
  • Philip: Grüße an Mama, Papa, Oma, Opa und Paula mir geht es super. Bin gefühlt dauerhaft Aloft.
  • Clara: Viele Grüße an meine Familie und meine Freunde.
  • GauGau grüßt Hulewuck.
  • Amelie G.: Viele liebe Grüße an meine Familie! Die Süßigkeiten gehen leider langsam aber sicher leer, aber Galley geht zum Glück nur noch drei Tage! Hab euch lieb!
  • Millie: Liebe Grüße an meine Familie und Freunde. Ich habe gehört, dass das Wetter zuhause nicht so schön ist und dass es sogar vielleicht schneien wird! Ich habe erst jetzt bemerkt, dass ich dieses Jahr Winter verpasse und keinen Schnee sehen werde ;-(, aber dafür habe ich Wärme und Sonne :)!
  • Eric: Gruß an Familie und Freunde… der Atlantik macht bisher Spaß und ich hoffe, dass wir rund um Nikolaus in Martinique angekommen. An Florentin: Ich hoffe, du hast schon an Tequila gearbeitet, vermisse BeatHouse mit euch. An Amy (Bitte ausrichten): Tut mir leid, dass wir auf den Cap Verden nicht länger telefonieren konnten. Hab dich lieb, melde mich, sobald es wieder geht.
  • Julena: Ganz viele Grüße an meine lieben Cousinen Estella, Laura und Amalia und ganz viele Grüße an Mama und Papa, Leonid und Marit, und an Clara und Kes natürlich. Ich hab euch ganz doll lieb und vermisse euch.
  • Konsti: Liebe Grüße an meine Ma und meinen Dad, sowie den Rest der Familie und Martha, Leo, Sarah, Poldi, Noah, Timo, Xaver, Laetitia, Schmadi und Ignaz! Atlantik ist echt chillig und ich war heute auf dem Top Gallant!
  • Moritz: Viele Grüße an Mama und Papa. War heute zum ersten Mal auf’m Top Gallant. <3
  • Philippe: Allerliebste Grüße an meinen Bruder, ich hoffe dir geht es gut und bist nicht zu gestresst wegen der Prüfung. Ich wünsche dir viel Glück, du schaffst das!!!
  • Vincent: Liebe Grüße Andrea, alles Gute zum Geburtstag. Das Segeln ist wirklich fantastisch und ich kann dir und Markus sicher viele später zu berichten. Der Rest der Familie geht es hoffentlich auch gut. LG Vincent
  • Kristina: Alles Gute zum Geburtstag, liebe Eva! Ganz liebe Grüße an alle im BORG. Manchmal, wenn es mich nach Daheim zieht, höre ich das BORG-Lied und denke dann an euch.
  • Andy: Grüße in die Heimat nach Pegnitz, Würzburg, Bayreuth, Lauf und Erlangen und an die Lietz, vor allem natürlich an die Familie Bauerpower- Hess- Teske! Grüße an den Marpert nach Wien! Liebesgrüße an meinen Schatz, tapfer bleiben <3