Glossar

An Bord wird »seemännisch« gesprochen und englisch. Schon nach wenigen Tagen sind uns die wichtigsten Begriffe vertraut und wir übernehmen sie ganz selbstverständlich in unseren Wortschatz und unsere Blogbeiträge. Nicht immer denken wir daran, sie zu übersetzen. Deshalb haben wir hier alle in einem Glossar zusammengefasst:

Bezeichnungen

(meist englisch, mit deutscher Erklärung)

  • Aftdeck: Achterdeck, hinterstes Deck
  • Afttable: großer Tisch auf dem Aftdeck
  • Aloft: im Rigg oder auch einfach klettern
  • All Hands: Signal mit dem die komplette Crew zu einem Segelmanöver an Deck gerufen wird
  • Anchorwatch / Ankerwache: zweistündiger Wachdienst (immer zu dritt) während wir vor Anker sind
  • Bowsprit / Bugsprit = Klüverbaum: Rundholz mit Netz im vordersten Bereich des Schiffes
  • Bowspritnet / Klüvernetz: Netz, welches an dem Bowsprit befestigt ist - für viele der Lieblingsort an Bord
  • Breezeways: Gang mit Bänken an beiden Seiten des Schiffes entlang
  • Bridge / Brücke = Komandozentrale des Schiffs
  • Bridgedeck / Brückendeck: oberstes Deck, mit Skilghts und der Bridge
  • Bunks: unsere Kojen, die individuell geschmückt sind (z.B. mit Fotos und Lichterketten)
  • Charts / Seekarten, in die wir regelmäßig die Position eintragen
  • Chill-/Quietspace zum Deeptalken oder auch einfach Musik hören und nicht gestört werden, auf den hinteren Skylights
  • Cleaninglocker: Raum und Spind, in dem all unsere Putzmaterialien aufbewahrt werden (und auch die Säcke mit der Läuse- oder Krätzelaundry)
  • Crewmess: Aufenthaltsraum, zu dem nur die nautische Crew und die Pädagog:innen Zugang haben
  • Deckhand: Crewmitglied mit Schwerpunkt Deckarbeiten, vergleichbar Maat oder Matrose
  • Deckleader: Schüler:in, der/die die Arbeiten auf dem Deck (z.B. Segelsetzen) leitet und koordiniert
  • Deep Clean: Auf See jeden Samstag und im Hafen am ersten Tag stattfindendes Großreinigen des Schiffes
  • Deep store: Lagerort für lang haltbares Essen
  • Dinghy/Tender: Schlauchboot / Wassertaxi
  • Dorm: unser gemeinsamer Schlafraum (je zwei Mädchen- und Jungsgänge) im Bauch des Schiffes
  • Downhaul: Seil, an dem man das Segel runterzieht
  • Drill: Sicherheitsübung zum Umgang bei Feuer, Man over Board oder General-Alarm (Verlassen des Schiffes)
  • Foodstore: Ort, an dem unser frisches Essen gelagert wird und Gefrierschrank und Kühlschrank stehen
  • Forecastle: angehobener Teil im vorderen Bereich des Schiffes, darunter liegt beispielsweise der Anker
  • Foredeck: vorderes Deck; Ort an dem wir uns bei täglichen Besprechungen versammeln 
  • Gangway: Steg, welcher die Pier mit unserem Schiff verbindet
  • Gangwaywatch: während der Hafenliegezeit alle zwei Stunden wechselnde Wache, die die Sicherheit an Bord gewährleistet
  • Galley / Kombüse = Küche an Bord 
  • Gatheringtable: Tisch in der Studentmess, an dem sich die »ongoing Watch« (aufziehende Wache) vor der Wache versammelt
  • Geschwindigkeit: wird bei uns in Knoten (Seemeile pro Stunde) angegeben
  • Halliard: Seil, mi dem das Segel hochgezogen wird
  • Handover: eine »Übergabe« während des Wachwechsel, bei der die alte Wache der neuen erklärt, was sie gemacht hat und was zutun ist
  • Happy Hour: während der Hafenliegezeiten tägliches Putzen, welches erledigt sein muss, bevor wir das Schiff für Tagesausflüge verlassen können (dauert gewöhnlich etwas länger als eine Stunde)
  • Helm: Steuerrad
  • Helms(man)Person: Person am Steuerrad
  • Heeling: Schräglage des Schiffes während des Segelns, wird in Grad angegeben
  • Idle Hands: Signal, welches alle, die an Bord gerade nichts zu tun haben, auffordert, bei einem Segelmanöver mit anzupacken. So muss kein »all hands« ausgerufen werden
  • Laundry: Raum, in dem die Waschmaschine und der Trockner stehen
  • Lift: ein Aufzug für Essen, der in die Galley geht – dürfen wir aber leider nicht benutzen
  • Locker: unser privater Kleiderschrank, meist nicht so aufgeräumt
  • Logbook: Logbuch, in das wir während der Watch stündlich beispielsweise die aktuellen Koordinaten, Wetter und, und, und eintragen
  • Lookout: Ausguck, je zwei pro Wache alle halbe Stunde wechselnd
  • Monkey-Certificate: Zertifikat, das man bekommt, wenn man auf dem T-Gallant (oberstes Square Sail), Main- oder Mizzenboom war und die Safetyinstructions kennt. Es erlaubt auch ohne ein Crewmitglied »aloft« zu gehen.
  • Monkeydeck: das Dach der Brigde, ist über eine Leiter begehbar, darauf steht z.B. auch das Radar
  • Mooringlines: Festmacher = Taue, mit denen das Schiff im Hafen an der Pier fest gemacht wird.

  • Mustering: tägliches Meeting mit allen, bei dem wichtige Informationen bekannt gegeben werden (z. B. unsere aktuelle Position) und ganz nebenbei festgestellt wird, dass auch alle an Bord sind ;-)
  • On Shore: Englisch für „an Land“
  • OOW (Officer of the Watch): Officer, der die Wache begleitet und dem man Alarme oder Sonstiges melden muss
  • Pantry: Bar in der Studentmess, wo das Essen ausgegeben wird und wir unsere persönlichen Snacks lagern
  • Portside: englisch für backbord = links (immer vom Schiff aus)
  • Querfraß: unerlaubtes Entnehmen von Lebensmitteln aus dem Foodstore. Ein Phänomen, dass es vermutlich auf allen Schiffen gibt, weil das Essen nicht immer allen schmeckt oder nicht alle satt macht. Das Schlimme ist, das irgendwann Vorräte oder Zutaten fehlen, von denen man glaubt, dass sie noch ausreichend vorhanden sind. Dadurch wird die Essenszubereitung gerade auf dem Atlantik (wo kein Proviant eingekauft werden kann) immer schwieriger.
  • Reader: eigens für uns von unseren Lehrkräften zusammengestellte und gedruckte Schulbücher
  • Responsability: Bereich bzw. Aufgabe an Bord, für den/die man verantwortlich ist,
    z.B. jeden Tag nach dem Essen für ca. 20 Min. Toiletten reinigen, Müll sorrtieren
  • Responsible Person/s: Schüler:in, der/die für einen Bereich auf dem Schiff zuständig ist
  • Safetynets: Netze an den Seiten des Schiffes, damit wir nicht über Bord fallen
  • Safetylines: Sicherheitsleinen, an denen wir uns bei starkem Heeling, Sturm und/oder Seegang einhaken müssen
  • Sail: Englisch für Segel
  • Schoner: Die Bezeichnung »Schoner« steht für eine spezielle Takelung, bei der an allen Masten Gaffelsegel geführt werden und der vordere Mast (Schonermast) kürzer ist als der Großmast. Das Schodersegel ist somit das Gaffelsegel am vorderen Mast. Toppsegelschoner bedeutet, dass mindestens am Schonermast zusätzlich auch Rahsegel vorhanden sind. 
  • Sheets / Schot = Seil, mit dem man das Segel zum Wind ausrichtet
  • Skylights: große Fenster auf dem Bridgedeck, die von oben in die Studentmess zeigen. Auf den Bänken um die Skylights können wir ungestört chillen
  • Starbord, englisch für steuerbord = rechts (immer vom Schiff aus)
  • Store-Responsible: Person, die für die Stores, also die Bereiche an Bord, in denen Lebensmittel gelagert werden, verantwortlich ist
  • Student-Meeting: Treffen mit allen Schüler:innen an Bord, an dem die Pädagog:innen nicht teilnehmen
  • Student-Mess: Haupt-Aufenthaltsort unter dem Bückendeck; dient als  Gemeinschaftsraum, Klassenzimmer und Speisesaal
  • T-Gallant: oberstes Segel am vorderen Mast
  • Toppsegelschoner: Schoner an dem mindestens am Schonermast (vorderer Mast) auch Rahsegel vorhanden sind.
  • Tray: Kästen und Metallbleche, in denen unser Essen zubereitet, aufbewahrt, transportiert und serviert wird
  • Unterricht: Wir haben Montag bis Samstag vier Schulstunden á 45 Minuten am Tag Schule. Meistens haben wir zwei Schulfächer. Zwischen den Doppelstunden haben wir vormittags 15 min und am Nachmittag 30 min Pause. 
  • Watch / Wache = Zeit, in denen wir in kleinen Gruppen das Schiff segeln bzw. auch Bezeichnung für die Gruppe. Die Wache auf See wechselt aller vier Stunden. An Bord haben die Wachen Farbbezeichnungen: White, Blue, Red und Orange. 
  • Watchchange: die Zeit, in der die neue Wache die alte ablöst
  • Watchleader: Schüler*in, der/die das Logbuch führt und während der Wache alles und jeden koordiniert
  • Wardrobe: Unsere Garderobe für unser Segelzeug und Gummistiefel

Segel

(englisch / deutsch)

Vorsegel:

  • Flying Jib = Jager
  • Outer Jib = Außen-Klüver 
  • Inner-Jib = Innen-Klüver 
  • Fore-Stay = Vorstag-Segel

Schonermast oder auch Fockmast (vorderer Mast)

  • Top-Gallant = oberstes Toppsegel (Bramsegel)
  • Upper-Top = oberes Toppsegel (Obermarssegel)
  • Lower-Top-Sail = unteres Toppsegel (Untermarssegel)
  • Course = Breitfock
  • Main-Stay-Sail oder Schooner = Schonersegel

Großmast (mittlerer Mast)

  • Main-Sail = Großsegel
  • Main Top-Sail  = Groß-Top-Segel (dreieckiges Toppsegel am Großmast)
  • Stay Sail = Stag-Segel/Großstagsegel (dreieckiges Toppegel zwischen Groß- und Schonermast)

Besanmast (hinterer Mast)

  • Mizzen-Sail = Besansegel
  • Mizzen-Top-Sail = Besan-Topp-Segel (dreieckiges Toppsegel am Besanmast)

Segelmanöver

  • Bracing / Brassen: Ausrichten der Rahsegel nach dem Wind
    (Blogbeitrag)
  • Jibe / Halse: Segelmanöver, bei dem das Schiff mit dem Heck (hinterer Teil des Schiffes) durch den Wind fährt
    (Blogbeitrag)
  • Wende: Segelmanöver, bei dem das Schiff mit dem Bug (vorderer Teil des Schiffes) durch den Wind fährt