8. November 2023 Beachtliche Entwicklung an Bord

Datum: 8.11.2023
Position: 17°44.049'N, 22°32.648'W
Kurs: Kap Verden
Bisher zurückgelegte Seemeilen: 3.513 nm
Wetter: angenehm warm mit Wolken, recht viel Wellen
Temperatur: 24°C · Wind: NO
Gesetzte Segel: alle bis auf das Mizzen und das Course
Geschwindigkeit: 8,2 kn
Stimmung an Bord: Vorfreude auf die Kap Verden und darauf, das rolling wieder los zu sein

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Hallo Ihr Lieben,
 
wir haben gerade unsere erste Etappe (nach Teneriffa) abgeschlossen und sind jetzt auf dem Weg zu den Kap Verden. Das heißt, wir sind mittlerweile schon über vier Wochen unterwegs und 1/7 der Reise ist bereits vorbei. Was mir dadurch immer mehr klar wird, ist, dass wir uns schon jetzt weiterentwickeln, und reifer und vielleicht auch in mancher Hinsicht ein wenig „erwachsener“ werden oder geworden sind. Diese Entwicklung, die wir hier als Gruppe machen, liegt an unzähligen kleinen Faktoren, vielleicht Erlebnissen oder auch Learnings, welche wir schon an Bord hatten, und Tag für Tag weiter haben werden. Begegnungen, welche uns inspirieren oder nachdenklich gemacht haben.
 
Ganz am Anfang auf dieser Reise, während ich in der Watch so aufs Meer geguckt habe, habe ich mich oft gefragt, wie die nächsten sieben Monate wohl sein werden, was wir als Gemeinschaft so erleben werden und wie wir uns in dieser Zeit verändern. Und ich hatte Zweifel. Zweifel, die wir wahrscheinlich mittlerweile alle kennen. Ob wir das zusammen schaffen, wie wir unseren Alltag umsetzen werden und als Menschen gemeinsam interagieren. Und jetzt, einen Monat später, blicke ich zurück und sehe, was alles passiert ist und welche Erfahrungen ich schon gemacht habe. Und  ich kann sagen: Wir hatten eine Menge Hoch- und auch einige Tiefpunkte, haben Verantwortung für uns und unser Handeln übernehmen müssen, und schon einige Wetter, von Flaute bis hin zu Sturm erlebt. Und das wichtigste ist: Uns geht es gut. Wir haben Spaß bei dem, was wir tun, genießen unsere Gemeinschaft und lernen, in einem stetigen Prozess, mit allen Schwierigkeiten immer besser umzugehen. Trotzdem ist es natürlich nicht immer leicht, und wir haben wirklich noch einiges zu lernen :) Ich freu mich drauf.

Der Teide auf Teneriffa mit Andy

Der Teide auf Teneriffa mit Andy © Emma

Elisa, Mia, Nora, Svenja und Anton in Santa Cruz

Elisa, Mia, Nora, Svenja und Anton in Santa Cruz © Elisa

Jonna, Lara, Ann, Julie und Nora auf Porto Santo

Jonna, Lara, Ann, Julie und Nora auf Porto Santo © Emma

Mal ganz abgesehen von diesen Prozessen gibt es aber auch noch andere Dinge, die uns beschäftigen. Denn wir sind hier nun mal nicht mehr in Deutschland, sondern mittlerweile kontinental gesehen in Afrika. Ich kann für mich sagen, dass ich vor dieser Reise noch nie außerhalb Europas war, und deshalb sehr beeindruckt bin von der Natur und der Geographie auf Teneriffa.

Prinzipiell ist es aber natürlich so, dass wir schon gemerkt haben, dass wir uns immer noch in der EU befinden. Allerdings gab es am Montag ein Erlebnis, was mir unsere Nähe zum afrikanischen Festland und den Unterschied von hier zu Deutschland noch einmal deutlich vor Augen geführt hat. Denn wir sahen ein kleines Boot ohne Menschen, definitiv nicht hochseetauglich, welches sehr nah an unserem Schiff vorbeitrieb. Die Vermutung ist, dass es sich um ein Flüchtlingsboot handelte, von Menschen, welche wahrscheinlich Afrika verlassen haben, um in diesem Boot über das Meer nach Europa und zu den Kanaren zu gelangen. Wir wissen nicht, was mit den Menschen, welche in diesem Boot saßen, passiert ist. Im schlimmsten Fall sind sie ertrunken, im besten können sie ein neues, besseres Leben in Europa beginnen. Wir wissen es nicht. Aber es hat uns alle sehr berührt und nachdenklich gestimmt, so nah mitzubekommen, was in dieser Welt falsch laufen muss, dass Menschen in solch einem Boot die Fahrt auf das offene Meer wagen. Dadurch wird einem auch wirklich sehr eindeutig der eigene Reichtum in jeglicher Hinsicht bewusst. Auch ganz prinzipiell bringt uns diese Reise und die Zeit hier an Bord dazu, einige unserer Privilegien nicht mehr als selbstverständlich anzusehen, sondern ganz bewusst wahrzunehmen. Liebe Eltern, ihr werdet erstaunt sein!

Lauritz, Kilian und Tobias am Strand auf Madeira

Lauritz, Kilian und Tobias am Strand auf Madeira © Emma

Lauritz, Nora, Svenja und Britta in Santa Cruz

Lauritz, Nora, Svenja und Britta in Santa Cruz © Emma


 
Trotz dieser Vorkommnisse genießen wir unsere Zeit hier, sammeln fleißig fliegende Fische und freuen uns schon endlich nach Afrika und auf die Kap Verden zu kommen.
 
Ganz liebe Grüße,
 
Nora


 
Grüße:

  • Nora: Liebe Kiyana, alles alles Gute nachträglich zum Geburtstag, ich denke an dich! An meine Eltern: Es ist echt krass in dieser Zeit nur so wenig Zugang zu Nachrichten zu haben. Trotzdem (oder deshalb) gehts mir gut und ich freu mich schon auf Afrika! Ich hab euch alle ganz doll lieb!
  • Moritz: Ganz liebe Grüße an meinen Opa Egon. Ich hoffe du hast den Zugang zur Webseite gefunden :D
  • Johannes: Ich grüße meine ganze Family und alle die mich kennen (mir geht es gut).
  • Jan: Liebe Grüße an die Noicen Leute und an Maxi.  Alles supi hier :-) Herzlichen Glückwunsch nachträglich an Fabio!
  • Tomke: Ganz liebe Grüße an Laura, Marcel & Neele! Ich wünsche euch ganz viel Glück und Gesundheit. Ich hoffe euch geht es gut.
  • Mathilda: Ich grüße Eric, falls du das hier irgendwann liest.
  • Eric: Ich Grüße Amely, Florentin, Jasper, Felix H, meine Eltern, Sabine u. Jürgen, Gitti u. Hase, Oma u. Opa + Laura alles Gute zum Geburtstag (Hab dich Lieb).
  • Filippa: Ganz, ganz liebe Grüße an meine Eltern, Tassi, Stanzi, Tobi, Catherine, Caroline und Valentine und an Vicky und Patricia.
    Helena: Ich grüße Kiki, die drei Stuten und die beiden verrückten Ponys. Hoffentlich geht es euch allen gut. Zu dem Grüße ich noch meine Großeltern.
  • Elisa (für die Landratten Lara): Ich grüße Oma ganz dolle!!! Ich hoffe, es geht dir gut, ich denke ganz dolle an dich und habe dich sooooooo lieb!!! Euch auch, Mama, Papa und Anica!!! Wir hatten bisher schon zwei Unterrichtstage, die voll Spaß gemacht haben (nur Schultüten haben wir leider nicht bekommen – dafür habe ich den Glückskeks aufgemacht und ratet mal, welcher Spruch kam...)! Neben Unterricht bin ich eigentlich die ganze Zeit in der Galley, was toll ist, aber v.a. durchs Heeling/Rolling etwas erschwert wird. Und ich spiele im Moment eigentlich jeden Tag in der Freizeit Schach – im Moment ist zwar noch „etwas“ Luft nach oben, aber ich sag´s euch: Am Ende der Reise werde ich Profi sein :)!
    Profi im Putzen werde ich sowieso (bei den Happy Hours werde ich immer besser – gerade ist die Student Mess meine Responsibility), außerdem hatten wir unser erstes Mentigespräch (ähnlich wie LEG) und ich habe auch fliegende Fische gesehen!
  • Svenja: Ich grüße meinen Deutsch-LK! Bei uns hat ja jetzt auch der Unterricht angefangen, und ich vermisse es, mit euch alles zu diskutieren. Ich hoffe, dass der Unterricht jetzt in der Abi Vorbereitung immer noch Spaß macht. Viele Grüße an euch alle! Ich wünsche euch alles Gute.
  • Emma: Was geht ab meine Freunde?! Ich bin dauerhaft müde und das Schaukeln regt mich auf. Ich weiß nicht, wie ich die drei Wochen Atlantiküberquerung überstehen soll. Bald sind wir auf den Kap Verden und machen Insel-Hopping. Das macht hoffentlich mehr Spaß, als dauerhaft meinen Teller festhalten zu müssen. Also dann meine Freunde, ich Verabscheue mich dann mal wieder und wünsche euch einen wunderschönen Tag, ohne eure Teller festhalten zu müssen. ;)
  • Mia: Ich grüße meine Familie. Die letzten Tage waren etwas hart und ich vermisse euch sehr! Trotzdem bin ich glücklich hier und wir sind bald auf den Kap Verden :) Die ersten beiden Schultage waren lustig und ich habe fliegende Fische gesehen!
    Außerdem noch Grüße an meine Klasse. Der Unterricht hier ist genauso cool wie mit euch, aber ich freue mich auch wieder auf Mai und Unterricht mit euch.
  • Ann-Julie: HEYY ich grüße meine Eltern habe euch ganz doll lieb<3. Außerdem grüße ich meine Freunde (Ihr habt ja jetzt wieder Schule, hahaha ich hoffe es ist nicht ganz soo schlimm. Außerdem grüße ich meine Oma und meinen Opa, ich hoffe euch geht es gut:). Ps: Ich habe jetzt auch wieder Schule, hahaha.
  • Lauritz: Hallöchen, hier ist viel zu tun wir kommen bald auf den Kapverden an. Entschuldigt nochmals das ich nicht telefoniert habe. Ich hatte keine Zeit und habe dann keinen Empfang gehabt. Ich hab ne Sprachnarchicht geschickt, hoffe die ist noch angekommen. Mir gehts gut und alles ist super. Ich grüße und drücke euch alle ganz herzlich und versuche regelmäßiger zu schreiben. Diesen Gruß richte ich an Elisa. An Mama und Papa: Ich liebe und vermisse euch!
  • Anna-Lena: Ganz liebe Grüße an Angelica und besonders Joni. Vielen Dank, dass du dir alle meine Fragen angehörst hast und mir indirekt geholfen hast, mich für die Reise zu entscheiden. Und Danke an Angelica, die uns ständig mit Infos geholfen hat. Ich hoffe du leistest meiner Mama Beistand. Und natürlich ganz liebe Grüße an Mama, Papa und Caro.
  • Millie (Maximiliane): Ich grüße meine Freunde und Familie. Am Montag hatten wir zum ersten mal Unterricht. Der Unterricht hier ist sehr anders als zu Hause. Man schaukelt die ganze Zeit wegen Heeling und es nervt auch manchmal wenn alle Sachen von den Tischen auf den Boden fallen. Aber den Stoff selbst, finde ich sehr cool. Meine Lieblingsfächer soweit sind Biologie und Spanisch. Mal sehen ob das so bleibt:) Ich freue mich riesig auf Kap Verden. Wir kommen heute Nacht schon an und setzen den Anker.
  • Leopold: Ich grüße Mama, Papa und Max, mir gehts gut! Mein Blog kommt die nächsten Tage.