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Sommer-Lerncamp

9. Dezember 2022 Die Komplexität des Dummen

Ein philosophisch-schmerzlicher Rückblick auf den 29. November 2022:
 
Der Dunning-Kruger-Effekt besagt, dass Inkompetenz aufgrund von Inkompetenz nicht erkannt wird. 
Dies ist das Stadium, das für den modernen Menschen am besten ist; damit er sich gut fühlt. Lernt der Inkompetente etwas Einfaches dazu, verstärkt das diesen Effekt noch.
Sobald er genug erlernt hat, um die Komplexität des Themas, vor dem er steht, zu begreifen, fühlt er sich direkt schlecht, dumm, verloren und wird demotiviert, mehr zu lernen. Er fühlt sich dumm, obgleich er dazugelernt und den wichtigsten aller Lernschritte begonnen hat: Einsicht und Schaffung einer Übersicht des Themas.

Ist der Mensch kompetent, da er sich lange mit einem Thema befasst hat, weiß er, dass das Thema noch viel komplexer ist, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Er sieht seine Unterlegenheit der Komplexität gegenüber ein und versucht zu verstehen und dem Gewirr und Vielschichtigkeit gegenüber Herr zu werden, um Klarheit und Erkenntnis zu erlangen.

Das psychisch unangenehmste Stadium des Menschen ist die genaue Mitte zwischen diesen Extremen. Eine Person, die weiß, dass sie inkompetent ist, da sie für diese Erkenntnis genügend Weisheit besitzt, sich jedoch trotzdem nicht weiterbildet, fühlt sich unumgänglich schlecht. Es bleibt also die Frage, ob der sich immer Weiterbildende, um der sich mit der Lebenserfahrung entwickelnden Weisheit gerecht zu werden, an die Pflicht gebunden wird, sich weiter zu bilden und sich somit eingeengt und unwohl fühlen könnte.

Ist also die inkompetente Version eines Menschen zwangsmäßig glücklicher als die kompetente, da diese sich frei und gebildet fühlen kann ohne etwas dafür zu tun?

Tjark

 

Eine kurze Erläuterung:
Beim Komprimieren der Tomatendosen habe ich vergessen, den Deckel herauszunehmen, was darin endete, dass sich der Deckel durch den Croc (Gummischuh) meines rechten Fußes bohrte und einen ca. eineinhalb Zentimeter tiefen und zweieinhalb Zentimeter langen Schnitt hinterlassen hat.

Nach kurzer Beratung hat sich unsere Bordärztin dazu entschieden, den Schnitt zu nähen. Nach ein paar Schwierigkeiten, bedingt durch heeling und limitierte medizinische Ausrüstung, wurde die recht schmerzhafte Naht (3 Stiche +) ohne Betäubungsmittel erfolgreich beendet.

Direkt nach der ‚Operation‘ hat mich meine dumme Aktion über Dummheit nachdenken lassen und zu obigem Text inspiriert.
Ich konnte ziemlich schnell schon wieder alles mitmachen und nach jetzt einer Woche, bin ich kaum noch eingeschränkt.

Bordärztin Gesine versorgt Tjarks Fuß

Bordärztin Gesine versorgt Tjarks Fuß © Vici

Beitragsbild oben: Tjark bringt direkt nach seinem Unfall seine Erfahrungen zu Papier bzw. auf die Festplatte. © Vici 

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Grüße:

  • Nathalie grüßt Leipzig und seine neueste Bewohnerin!
  • Max grüßt Nathalie.
  • Vici wünscht Peggy viel Erfolg bei allen anstehenden Prüfungen.