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12. Dezember 2022 Absolute Lieblingsplätze

Hi ihr Landratten,

unser tägliches, ganz normales Leben hat eine Unmenge besondere Aspekte, die wir uns immer wieder für uns selbst wie auch gegenseitig bewusst machen (Schlafmangel und Seekrankheit! persönliche Grenzen überschreiten! die ständige Kommunikation mit anderen!). Eine sehr ungewöhnliche Konstante, die für uns aber fast schon selbstverständlich geworden ist, ist die Gulden Leeuw selbst. Dieser siebzig Meter lange, elf Segel tragende, bewiesenermaßen hochseetaugliche Dreimaster ist schon so sehr „unser“ Schiff geworden, dass ich immer wieder Sätze höre wie: „Wann sollen wir eigentlich vom Landgang zurück nach Hause?“

Warum ist das so? Mit Sicherheit hat es jedenfalls damit zu tun, dass die Gulden Leeuw eine wirklich schöne Umgebung ist. Und das kann man auch daran erkennen, wie viele „absolute“ Lieblingsplätze es hier gibt:

Nachdem du von irgendeiner netten Person aus der vorherigen Watch geweckt wurdest, stehst du auf, frühstückst das von der Galley vorbereitete Frühstück und die Schule beginnt. Zwar nicht unbedingt für alle ein Lieblingsplatz, aber tatsächlich ganz interessant und mit viel freier Projektarbeit.

Dann, um zwölf, gibt es Mittagessen und hier kommen wir zum ersten Lieblingsplatz an Bord. Wir essen nämlich keineswegs immer in der Studentmess, sondern können dazu auch woandershin gehen. Ganz am Ende der Gulden Leeuw, unter freiem Himmel, gibt es etwa einen riesigen Holztisch mit Bänken und Kisten darum herum – den Aft Table.

Taugt für Unterricht und Essen - der »aft-table«

Taugt zum Lernen, Essen und Chillen - der »aft-table« © Max

Der Afttable als Sonnenbank

Der Afttable als Sonnenbank © Laura

Es ist der perfekte Spot, um zu essen, zu reden und Jens den Engineer zu beobachten, wenn er mit der fishing line dort wieder einmal einen interessanten Fisch gefangen hat.
Nach dem Mittagessen hast du erst einmal frei und kannst tun, was du willst. Wenn du den Officer of the Watch fragst, kannst du sogar an einen der allerbesten Orte gehen bzw. klettern: mehr als sechs Meter über dem Wasser, wirklich sehr schwankend, mit nur einem dünnen Geflecht aus Seilen unter dir liegst du dann in der Sonne – das ist das Bowsprit-Netz, der vorderste Punkt des Schiffes. Und während du dort gerade vollkommen entspannt mit deinen Freunden „chillst“, siehst du vielleicht auf einmal graublaue Rücken aus dem Wasser springen, spitze Flossen, Wasserfontänen: Delfine! Hast du jemals vorher Delfine beobachtet? In freier Wildbahn? Von oben? Wir hier haben immer wieder die Chance dazu, aber es ist jedes Mal etwas Außergewöhnliches!

im Klüvernetz

Der Nachteil an Lieblingsorten: manchmal wird es eng © Vici

Delfine in unserer Bugwelle

Delfine in unserer Bugwelle © Lara


Irgendwann müsst ihr aber wieder vom Netz herunter, denn diese Woche hast du die Watch von 16:00 bis 20:00. Sobald du allerdings auf der Brücke ankommst, hörst du, dass du gleich „aloft gehen“ sollst, vielleicht, um Segel zu packen oder so etwas. Das bedeutet hoch in den Mast klettern! Jetzt heißt es Harness an, Deckhands und Officer Bescheid geben, die anderen aus der Watch holen und los. Es schwankt schon ziemlich und je höher es geht, desto stärker wird es. Sprosse für Sprosse kletterst du und hältst dich hochkonzentriert fest – mit den Karabinern sichern kannst du dich nämlich erst, wenn du oben angekommen bist … Als du immer höher kommst, wird auch die Leiter immer schmaler, bis sie ganz oben nur noch aus einer einzelnen Sprosse – anstatt wie unten zwei breiten nebeneinander – besteht. Du klammerst dich fest, bist endlich ganz oben auf dem T-Gallant, hakst dich endlich ein. Doch dann blickst du dich um: in jede Richtung nur glitzerndes, sonnenbeschienenes Wasser in verschiedensten Blauschattierungen, außer direkt unter dir. Dort sieht die Gulden Leeuw fast absurd klein aus, irgendjemand Ununterscheidbares winkt dir von unten zu. Vor dem Bug springt ein Schwarm stecknadelkopfgroßer Fliegender Fische aus dem Meer. In der Ferne verschwimmt der Horizont mit dem Wasser – kaum zu glauben, aber er sieht von oben echt ganz anders aus… Was für ein Lieblingsplatz!

Blick vom Vormast auf das Schiff

Der Blick vom Schonermast – im Hintergrund Teneriffa © Ferdinand

Herunter ist es schwieriger, weil du nach unten gucken musst, um zu sehen, wo du hintrittst, aber es geht schneller als herauf. Unten angekommen, übernimmst du direkt eine Schicht am Helm, also Steuerrad. Manchmal ist das sehr nervig, weil du dich wirklich die ganze Zeit konzentrieren musst, um den Kurs zu halten. Aber jetzt gerade sitzt deine ganze Watch um dich herum auf den Kisten, irgendjemand hat für Musik gesorgt und ihr singt laut mit. Direkt vor dir geht die Sonne so phänomenal leuchtend unter, dass es auf euren Fotos viel zu kitschig aussehen wird – du steuerst das ganze Schiff mitten in den Sonnenuntergang und fühlst dich (ohne dass du es zugeben würdest) mindestens so cool wie Jack Sparrow.

Deine Watch ist um acht zu Ende, aber wegen des Winters und dazu der Nähe zum Äquator geht die Sonne schon vor acht unter. Das heißt, danach kannst du dich aufs Bridgedeck oder in die Breezeways setzen und in die Sterne gucken. Und etwas ganz Besonderes an unserem Leben auf High Seas High School ist, dass du dabei nicht allein bleibst. Entweder du setzt dich zu jemandem, oder jemand zu dir, oder ihr geht gleich zusammen nach draußen – aber immer wieder führst du hier Gespräche, die unglaublich reflektiert sind und dich noch lange danach beschäftigen. Immer wieder kannst du vorschnelle Urteile über die anderen widerlegen und hörst Ansichten, die dich vollkommen überraschen. Und der Ort dafür ist auf jeden Fall auch ein Lieblingsplatz!

Gitarre spielende Jugendliche auf der Gulden Leeuw

Das Besondere: wir sind nie allein an unseren Lieblingsorten - hier Hannes, Johanna, Tom und Jule vorm Aftdeck © Florentin

Hier auf der Gulden Leeuw gibt es keine feste Zeit, zu der wir ins Bett gehen müssen… deshalb bleiben wir ziemlich oft ziemlich lange auf. Heute allerdings hat sich das für dich definitiv gelohnt: spätabends sind wir nämlich endlich angekommen und haben vor einer wundervollen, aber für heute schon im Dunkeln liegenden Insel den Anker ausgeworfen. Und da wir für die Nacht fest liegen, müssen wir nicht unbedingt im Dorm schlafen, der auf die Dauer etwas nervig und warm wird… sondern dürfen auch nach draußen! Jetzt heißt es schnell sein, alle Sachen aus dem Dorm holen und dann deine eigene Hängematte am perfekten Ort aufhängen (von dem jede:r eine andere Vorstellung hat; mein persönlicher Lieblingsort ist zum Beispiel über der Bank ganz hinten am Aft, weil ich dort die Hängematte hoch oben festmachen kann und trotzdem noch normal rein- und rauskomme). Schließlich liegst du in deiner leicht schwankenden Hängematte – sehr lustig, weil sie zusätzlich zu den normalen Schiffsbewegungen noch anders schwankt – guckst nach oben und überlegst vielleicht, ob du dein Lieblingssternenbild findest…

Morgen früh geht die Reise durch die Karibik weiter – aber erst morgen.

Ganz genau so war es nicht, als wir in Martinique ankamen …
… das lag allerdings nur daran, dass nicht alles an einem Tag passiert ist, sondern an verschiedensten Tagen unserer bemerkenswerten, wirklich schönen, gruppenzusammenbringenden und erfolgreich gemeisterten Atlantiküberquerung!

Viele viele Grüße aus der strahlend sonnigen Karibik
eure Cal

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Grüße:

  • Cal: Ich mit dreißig Grad im Dezember grüße ein verschneites Hamburg! Ganz viel Liebe an Mama und Papa und Oma, Omi und Opi! Und natürlich auch an Aléna und Lou (und den Frosch) und Charlotte – hab euch lieb :)
  • Charlotte: Lieber Nonno, ich wünsche Dir alles Liebe und Gute zum Geburtstag! Hab ein schönes neues Lebensjahr mit vielen besonderen Momenten! Ich denke an Dich!
  • Paul: Ich grüße meine Lieblinge aus der Heimat und wünsche euch eine schöne Adventszeit.
  • Lara: An Bella, ich hoffe, du hattest ein schönes Wochenende in Kitzbühel mit geilem Wetter und, dass du ein paar Fahrten für mich mitgefahren bist! Ich hab dich ganz doll lieb und vermisse dich!! <3
  • Jana: Ich grüße meine Familie zuhause, alles Gute nachträglich Papa und Ili!!! Hab euch ganz doll lieb! Außerdem viele Grüße an meine Freunde und alles Gute an alle, deren Geburtstag ich verpasst hab!
  • Laura: Ich grüße meine Familie daheim und „klein Laura und die große Welt“. Habe euch ganz, ganz doll lieb und fühlt euch sehr stark gedrückt!!!
    Tino: Herzlichen Glückwunsch nachträglich an Opa Dieter aus Riemsloh. Alles Gute und trinkt was für mich mit!
  • Philipp: Herzlichen Glückwunsch nachträglich Papa. Ich hoffe ihr konntet schön feiern.
  • Johanna: Ganz liebe Grüße an Lotte, das nächste Mal schaffen wirs auch zu telefonieren!
  • Eva: Ich grüße meine Omas ich vermisse eure Klöße und den Saumagen, außerdem Grüße ich meinen Info Kurs hoffentlich läufts bei euch und ihr spielt schön weiter Gartic phone hab euch alle ganz doll lieb
  • Maja: Grüße an Gianluca Fernando! Ich hoffe es geht euch allen wieder ganz subba :)
  • Tjark: Grüße an dich Timana. Ich vermisse dich hier sehr <3.
  • Anika: Happy Birthday Emmmmmmeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!!! Hab einen wunderschönen Tag genieße morgen Latein… hab dich ganz doll lieb <3
  • Lia: Liebe Grüße an Familie und Freunde.
  • Anna: Bussis an Teddy, Shelly, Minnie und Tia <3 natürlich auch Bussis an Mama und Papa; hab euch lieb
  • Annemarie: Alles Gute nachträglich zur Goldenen Hochzeit Uschi&Bernd! Liebe Grüße aus der Karibik an alle meine Lieben zuhause, ich vermisse euch und habe euch ganz dolli lieb <3
  • Kiljan: Liebe Grüße an meine Fam und natürlich meine Freunde und Lotta!! Hab euch alle unendlich lieb und vermisse euch<3
  • Vici: Ganz herzliche bunte Grüße an alle „Kinder“ der letzten Reise!
  • Tom: Liebe Grüße aus Bequia an meine Familie !!!
  • Freddy: Viele Grüße aus der Karibik an Johan, Jakob, Jonny, Alan und den Rest, der Kebabs!