28.01.2016 | Schule und Internat

Gedenkveranstaltung an die Opfer des Holocaust

Im Rahmen einer Kapelle beging die Gemeinschaft des Internats Hermann Lietz-Schule Spiekeroog am Mittwoch, den 27.Januar den 'Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust‘. 60 Kerzen, symbolisch jede einzelne für 100.000 durch die Nazis Ermordete, wurden nach und nach im lichtlosen Raum angezündet. Nach diesem stillen Einstieg eröffnete die Orchester-AG mit einem Friedenslied die Gedenkveranstaltung. 

Mitarbeiter Lennart Petersen hielt im Anschluss eine Ansprache, in der er die Entwicklung von der Ausgrenzung der von den Nazis als "Andersartige" gebranntmarkten Juden bis hin zu deren Vernichtung skizzierte. Juden wurden damals nicht als Menschen mit Gefühlen, individuellen Vorlieben, Freundschaften oder unterschiedlichen Persönlichkeiten dargestellt, sondern als einheitlich-bösartige und fremdartige Gruppe. Damit senkten die Nazis gezielt die Hemmschwelle, Menschen zu ermorden.

Gleichzeitig wurden Parallelen zur Gegenwart gezogen: Wie kommt es, dass in der Gesellschaft von "den Flüchtlingen" gesprochen wird, und scheinbar normale Bürger Brandsätze in Unterkünfte werfen? Wieder werden Menschen mit Kindern, eigenen Sorgen und verschiedenen Anschauungen, die aus der Not heraus nach Deutschland wollen und unsere Nachbarn werden, nicht als eigenständige Persönlichkeiten dargestellt, sondern als "die unbekannten, fremdartigen Flüchtlinge", seit den Kölner Ereignissen zum Teil auch als "kollektiv bösartig". Bedenkliche Parallelen zur Nazi-Zeit wurden im Rahmen der Kapelle aufgezeigt, denen es durch menschliches Handeln gegenzusteuern gilt.

Zum Abschluss der Ansprache spielte die Orchester-AG zwei jiddische Lieder, bevor es in den Offenen Treff zum gemeinsamen gemütlichen Ausklang ging.


LIETZER 'KAPELLE' – Kerzenlichter zum Gedenken der Holocaust Opfer

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